Flugaufnahmen

Die älteste Flugaufnahme von Mellingen aus dem Jahre 1920 stammt vom Flugpionier Walter Mittelholzer. Darauf sehen wir, dass ausser der Altstadt die Bahnhofstrasse und der untere Teil der Stetterstrasse von recht vielen Häusern gesäumt waren. Auch am Höhen- und Sonnenweg finden sich einige Gebäude. An der Lenzburgerstrasse reichte die Überbauung von der Altstadt her erst etwa bis zum Bereich des heutigen Kapellenackerwegs. Bis in die 1950er-Jahre veränderte sich das Ortsbild nur unwesentlich. In den Flugaufnahmen der kommenden Jahrzehnte wird veranschaulicht, wie sich das Baugebiet unaufhaltsam in fast alle Richtungen ausdehnte. Im Gebiet Gheid bildete sich beinahe eine Satellitenstatt – leider ohne Infrastruktur.
Mehrfamilienhausquartiere entstanden hauptsächlich im Gemeindegebiet links der Reuss: besonders augenfällig zwischen Gheid und Lenzburgerstrasse, aber auch hinter dem Einkaufszentrum der Migros die Siedlung „Giardino“ sowie zwischen Birrfeld- und Bruggerstrasse. Im Ortsteil rechts der Reuss finden sich mit Ausnahme der Überbauung oberhalb des Meli-Areals nur vereinzelt Mehrfamilienhäuser.
Recht verzettelt sind die Zonen mit Gewerbe- und Industriebauten: Im Gheid, an der Birrfeldstrasse (u.a. im ehemaligen-Compactus-Gelände), das Argovia-Areal, am Gruemetweg, am Ortsausgang der Bahnhofstrasse und an der Oberen Bahnhofstrasse.
Und nun noch ein Blick viele Jahrhunderte zurück. Auf verschiedenen Flugaufnahmen sehen wir eindrücklich, wie klug die Grafen von Kyburg um 1230/40 den Flussübergang zwischen ihren beiden Stützpunkten Baden und Lenzburg sicherten: Sie bauten an jener Stelle einen befestigten Markt, wo die Reuss schmal und ein Brückenbau leicht zu realisieren war.
Und wieder zurück in die Gegenwart: Auf zahlreichen Flugaufnahmen springt uns die prächtig geschlossene Altstadt mit ihren Wehrbauten in die Augen – nicht umsonst ein Ortsbild von nationaler Bedeutung.
Rainer Stöckli 2017

Flugbild