Allgemeine Ansichten

Lenzburgerstrasse Süd-West > Lenzburgerstrasse

Hirt-Otti-Hüsli an der Lenzburgerstrasse 19, ca. 1954

Hinten rechts Abzweigung gegen Bremgarten, im Hintergrund der Friedhof.

Weiteres über dieses Gebäude s. Bild-Nr. 07091



Bild-Nr.: 07093.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1954

Haus Hauptgasse 17 neben Zeitturm, 1955

Damals war im Erdgeschoss die Geschäftsräumlichkeiten der Milchgenossenschaft Mellingen untergebracht. Diese wurde 2013 aufgelöst. Heute (2017) Geschäftsräume der Mobiliarversicherung.
Die imposante südwestliche Front mit sechs Fenstern im zweiten Obergeschoss hat durch den Bau einer zweiten Fahrbahn und einer Fussgängerpassage 1952/53 im Erd- und ersten Obergeschoss an Harmonie verloren. Trotzdem wirkt das Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert mit dem hübschen geknickten Mansardendach aus dem beginnenden 19. Jahrhundert zusammen mit dem daneben stehenden Zeitturm als eindrücklicher Blickfang, wenn man sich auf der Lenzburgerstrasse der Altstadt nähert.

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Nicht umsonst steht die Gebäudegruppe unter Denkmalschutz. Noch nicht geklärt ist, welche Funktion dieses Gebäude bis ins 19. Jahrhundert hatte. War es eine kommunale Liegenschaft? Bemerkenswert ist jedenfalls, dass in diesem Gebäude von 1826 bis etwa 1839 vermutlich für die Oberstufe Schule gehalten wurde, während die andere Schulabteilung am angestammten Ort an der Kleinen Kirchgasse 26 verblieb. Um 1840 wurde das Alte Schulhaus an der Kirchgasse derart umgebaut, dass beide Schulstufen dort Platz hatten. Deshalb war es möglich, dass von von ca. 1840 bis 1856 das Spital (Alters- und Pflegeheim und Waisenhaus) neben dem Zeitturm untergebracht war. Dieser Umzug war nötig geworden, weil das Spital am Kirchplatz baufällig geworden war. Offenbar waren aber auch hier die Platzverhältnisse nicht ideal. Als 1856 der Pfarrer ins neue Gemeinde-, Schul- und Pfarrhaus am Kirchplatz umziehen konnte, wurde seine vorherige Residenz, der Iberg, frei. So brachte man damals das Spital, meist "Spittel" genannt, im Iberg unter. Das Haus Hauptgasse 17 wurde an einen Privatmann verkauft.


Bild-Nr.: 07032
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1955

Hirt-Otti-Hüsli und Garage Weber, Lenzburgerstrasse 17, ca. 1976

Zu Beginn der 20er-Jahre erwarb Hans Hirt, Bürger von Birrhard, eine Landparzelle im nordöstlichen Winkel der Lenzburger- und Bremgartenstrasse. Er errichtete darauf ein Einfamilienhaus. Beruflich war Hans Hirt im BBC als Maschinenschlosser tätig. Am Palmsonntag 1925 wurde er als Sigrist der Reformierten Kirche gewählt, ein Amt, das er über lange Zeit in legendärer Art betreute. Als ihm diese Aufgabe zu beschwerlich wurde, löste ihn sein Sohn Max ab. Nach dem Tode von Hans Hirt zog sein Sohn Otto mit seiner Gattin Anna ins Elternhaus ein. Im „Hirt-Otti-Hüsli“ lebten sie bis zu ihrem Tode (Otto + 1981/ Anna + 1984).

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Die Garage Karl Weber kaufte das „Hüsli“ als Abbruchobjekt und baute 1987 auf diesem Grundstück eine Ausstellungshalle mit einem Bürohaus und einer Wohnung (s. Bild-Nr. 07092), seit 2005 Sitz der Aargauer Kantonalbank.

Bild: rechts „s`Hirt-Otti-Hüsli“, links hinten die Garage Weber, heute Garage Kohler.

Zur Datierung: Das Hallenbad wurde 1975 eröffnet. Ab 1977 wurden die Stromleitungen an der Lenzburgerstrasse verkabelt.


Bild-Nr.: 07091
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Otto Müller
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1976

1984 Dachsymphonie - Sicht vom Chäsiplatz aus gesehen

Otto Müller: Der Blick geht vom Parkplatz „Chäsiplatz“ [Platz zwischen dem ehemaligen Restaurant Linde und dem Gebäude Hauptgasse 17] aus in den Dachbereich der ehemaligen Käserei,Hauptgasse 17, und der ursprünglichen Scheune des Restaurants „Weisses Kreuz“, Kleine Kirchgasse 6, und ergibt das hübsche Bild mit dem komplizierten, fast wirren Dachgefüge.
Eine idyllische Ecke! Bei der letzten Sanierung wurde leider ein Teil des romantischen Gefüges weggetrennt und begradigt."


Bild-Nr.: 07011
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Otto Müller
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1984

Hirt-Otti-Hüsli an der Lenzburgerstrasse 19, vor 1987

1987 wurde das Gebäude abgebrochen, über das Weitere s. Bild-Nr. 07091

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Bild-Nr.: 07093
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1987

Zeitturm vom Parkplatz ehemaliges Rest.Linde aus, nach 1988

1988 wurde der Zeitturm einer Aussenrenovation unterzogen und Eckquadersteine aufgemalt.
Daneben das ebenfalls restaurierte Haus Hauptgasse 17 aus dem 17./18. Jahrhundert, zu dem auch das etwas niedrigere Haus mit spätgotischen Stilelementen gehört. Ganz links die ehemalige Scheune des Restaurants "Weisses Kreuz", Kleine Kirchgasse 6.

Über den Zeitturm generell s. Bild-Nr. 04002


Bild-Nr.: 07037
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1988

Mehrfamilienhaus Lenzburgerstrasse 7, früher Vize-Ammann-Rohr-Haus genannt, 2004?

Das Vize-Ammann-Rohrhaus mit der prächtig blühenden Glyzinie.

Über dieses Gebäude Bild-Nr. 07071


Bild-Nr.: 07071.3
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Fotoarchiv Mellingen
Copyright: Viktor Zimmermann

ca. 2004

Garagen Tägerigerweg, 2004

Rückseite der Garagen Tägerigerweg, 2004

Im Hintergrund die südöstliche Häuserzeile der Kleinen Kirchgasse.


Bild-Nr.: 07074
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Fotoarchiv Mellingen
Copyright: Viktor Zimmermann

2004

Blick auf die Aussenfassaden von Hauptgasse 17 und Kleine Kirchgasse 6

Links das spätgotische schmale Haus mit hübschem gekehltem Doppelfenster, das an das ehemalige mächtige Gebäude der ehemaligen Milchverwertungsgenossenschaft (auf dem Foto nicht sichtbar) angebaut ist und gemeinsam das Haus Hauptgasse 17 bildet. Rechts die ehemalige Scheune des Restaurants "Weisses Kreuz" (kleine Kirchgasse 6). Das idyllische Dächergewirr, wie es auf Bild-Nr. 07011 noch zu sehen ist, wurde leider recht stark begradigt.
In der Mitte sieht man ein eindrückliches Stück eines Pfeilers mit Natursteinen, wie sie an zahlreichen historischen Bauten im Städtchen eigen sind, aber heute vielfach mit Verputz überdeckt werden. Zwischen den beiden Gebäuden der Ehgraben.


Bild-Nr.: 07013
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann / Rainer Stöckli
Copyright: Viktor Zimmermann

2004

Mehrfamilienhaus Lenzburgerstrasse 7, früher Vize-Ammann-Rohr-Haus genannt, 2004?

Eingang ins Vize-Ammann-Rohr-Haus mit der prächtig blühenden Glyzinie.

Über dieses Gebäude s. Bild-Nr. 07071


Bild-Nr.: 07072
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Fotoarchiv Mellingen
Copyright: Viktor Zimmermann

ca. 2004

Mehrfamilienhaus Lenzburgerstrasse 7

Mehrfamilienhaus Lenzburgerstrasse 7, früher Vize-Ammann-Rohr-Haus genannt, 2004

Der nachfolgende Text ist dem Oneline-Inventar der Aarg. Denkmalpflege entnommen. Ergänzung von Rainer Stöckli in eckiger Klammer, Auslassungen in (...)

Gebaut: um 1845 als Wohn- und Geschäftshaus im Biedermeier-Stil. Das kurz nach 1840 als eines der ersten Gebäude in der St. Antonius-Vorstadt errichtete Wohn- und Geschäftshaus ist ein stattlicher dreigeschossiger Biedermeierbau mit repräsentativem Hauseingang.

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Der in der äusseren Gesamterscheinung weitgehend intakte Bau zeichnet sich durch streng axial gegliederte Fassaden und originellen Laubsägedekor im Schweizer Holzstil aus. Zur Strasse hin bewahrt es noch den bauzeitlichen, von einem schmucken Eisenzaun eingefassten Vorgartenbereich. Das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus der Strohmanufaktur Halter ist ein wichtiger Bauzeuge der in der Mitte des 19. Jahrhunderts florierenden Strohflechterei. Als markanter Pfeiler der vorstädtischen Siedlungsentwicklung nimmt es an der südlichen Stadtzufahrt eine ortsbildprägende Stellung ein.
Bau- und Nutzungsgeschichte: Das grossvolumige Wohn- und Geschäftshaus gehört zu den wenigen Gebäuden, die bereits in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts in der St. Antonius-Vorstadt entlang der Lenzburgerstrasse entstanden. Das auf der Michaeliskarte von 1840 noch nicht verzeichnete Wohn- und Geschäftshaus stammt wohl aus den Jahren kurz danach. Auf der Siegfriedkarte von 1880 ist bereits auch das dazugehörende Fabrikgebäude eingezeichnet, das rückwärtig etwas versetzt neben einem Garten stand. Gemäss Vedute auf einem Briefkopf von 1906 handelte es sich dabei um ein zumindest teilweise gemauertes Gebäude mit grosszügiger Befensterung (...). An seiner Stelle steht seit den 1960/70er Jahren ein Mehrfamilienhaus [Tägerigerweg 1]. Zur Anlage gehörte laut Brandlagerbuch von 1898 auch ein hölzernes, ziegelgedecktes Tröcknehaus, das später zum Gartenhaus umfunktioniert wurde (...). Vermutlich wurde das Haus mit dem zugehörigen Fabrikgebäude von der Familie Halter erbaut. Belege für die von Christian Halter betriebene Hanf- und Pferdehaargeflecht-Fabrik („Fabrique de tresse de crin“) reichen bis 1862 zurück. Sein Sohn Joseph stieg spätestens 1883 ins Geschäft ein, weshalb die für ihre Strohmanufaktur und Litzenfabrikation bekannte Firma in „C. Halter & Sohn“ umbenannt wurde. Um 1902 warb Joseph Halter für „Reclamebändchen“ und Schuhnestel. Diese Diversifizierung entspricht der ständigen Weiterentwicklung der Geflechtindustrie, die neben Roggen- und Weizenstroh zu Beginn des 19. Jh. später auch Bast, Hanf, Rosshaar sowie nach 1900 synthetische Stoffe verarbeitete (...). 1911/14 wurde die Liegenschaft auf die Erben Oskar, Hugo & Germann Halter übertragen, welche etwas später an Hermann Rohr, Inhaber einer Kartonage-Fabrik und Vice-Ammann, verkaufte (...). Wie eine Postkarte zeigt, galt das stattliche Haus der Familie Halter um 1900 nebst Kirche, Stadttor und Bahnhofsquartier als Sehenswürdigkeit (...). Und auch die ab dem frühen 20. Jh. als Eigentümer verzeichneten Rohr galten als angesehene Leute. Zu dieser Zeit dürfte das Haus noch als stattliches Einfamilienhaus genutzt worden sein, erst später erfolgte die Unterteilung nach Stockwerken. Das Haus befindet sich heute im Besitz der Nachkommen von Hermann Rohr. Das Innere wurde im Laufe des 20. Jh. mehrfach modernisiert (neue Wand- und Bodenbeläge, teilweise neue Raumaufteilung), bewahrt aber einzelne Ausstattungsteile aus der Bauzeit.
Beschreibung: Das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus der Manufaktur Halter steht im südlichen Vorstadtbereich, nur wenige Häuser vom Zeitturm entfernt. Der stattliche dreigeschossige Bau beherrscht mit seinem grossen Volumen den östlichen Strassenraum. Er ist im spätklassizistisch-biedermeierlichen Stil errichtet und trägt ein gerades, knappes Satteldach, das an der strassenseitigen Traufe von eng gesetzten, dekorativ ausgeschnittenen Konsolen im Schweizer Holzstil begleitet wird. Ausgesägte Blatt- und Sternmotive zieren die Dachunterseite und den oberen Wandabschluss. Dasselbe Sternmotiv ist als hölzernes Gitter in die stirnseitigen Giebelluken eingelassen. Der strassenseitig in die Mittelachse gesetzter Giebelgaube ist auf der Rückseite ein Treppenhausrisalit mit Satteldach gegenübergestellt. Zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss wird der Baukörper von einem umlaufenden Gurtgesims gegliedert, ein Mauerabsatz verweist auf ein weiteres ehemaliges Gesims am Übergang zum zweiten Obergeschoss. Die Fassaden überzieht ein regelmässiges Raster aus traufseitig sieben, auf giebelseitig drei Fensterachsen. Die sorgfältig aus Muschelkalk gehauenen Gewände weisen einen Ladenfalz auf und orientieren sich mit ihrem gerundeten Karniesprofil an spätbarocken Formen. Die vom Dach geschützten Fenster im zweiten Obergeschoss haben hölzerne Einfassungen. Leider wurden die zugehörigen, mit Lamellen versehenen Holzläden bei einer nach 1998 erfolgten Fenstersanierung allesamt durch Rollläden aus Aluminium ersetzt. Den Hauptakzent der Strassenfassade setzt das um drei Stufen erhöhte Portal, das von einem tiefen, kräftig profilierten Rechteckgewände aus Muschelkalk gerahmt wird. Von herausragender Qualität und bemerkenswert gutem Erhaltungszustand ist die zweiflüglige Eichentür, die mit biedermeierlichen Motiven beschnitzt ist und filigran gearbeitete Messingbeschläge aufweist. Sie zeigt in präziser Ausführung schild- und rautenförmige Platten mit fein gefältelten Rosetten- und Fächermotiven. Geschützt wird der Hauseingang von einem auf steinernen Konsolen ruhenden Balkon, der mit einem reich verzierten Gusseisengeländer ausgestattet ist. Während die von gusseisernen Konsolen gestützten rückseitigen Balkone im zweiten Obergeschoss noch dem 19. Jh. zuzuordnen sind (...), wurden die unteren, weiter ausladenden Balkone mit Sicherheit später angefügt. Ein hübsches Detail stellen die beiden gusseisernen Schuhabtreter in Lyraform dar, die in die Steinplatten neben der Treppe zum Vordereingang eingelassen sind. Die Strassenfassade schmückt ein schmaler Vorgartenbereich, der teilweise noch die alte Einfriedung mit dem Eisenzaun aufweist. An diesem entlang und zum Balkon empor sind zwei üppig wachsende Glyzinien gezogen, die dem Zugang einen laubenartigen Charakter verleihen. Die innere Erschliessung erfolgt über ein rückwärtig angelegtes Treppenhaus, das noch das bauzeitliche Holzgeländer mit filigranen Gitterstäben bewahrt. An originaler Ausstattung haben sich in den strassenseitigen Räumen des 1. Obergeschosses Stuckdecken mit vegetabilen Mittel-, Rand- und Eckmotiven erhalten (...). Auf den repräsentativen, die drei mittleren Fensterachsen einnehmenden Wohn- und Empfangsraum, öffnet sich eine zweiflüglige Tür mit Biedermeierbeschlägen. Der Boden ist mit einem zweifarbigen Tafelparkett ausgelegt. Eine Besonderheit sind die vier hohen Gewölbekeller mit Steinböden aus grossen Muschelkalkplatten, die ehemals wohl auch der Lagerung von Ausgangsmaterialien und Erzeugnissen der Strohindustrie dienten.


Bild-Nr.: 07071
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Online-Inventar Aarg. Denkmalpflege
Copyright: Viktor Zimmermann

2004