Krone

Mellingen-Dorf Nord-West > Bahnhofstrasse

Um 1900 Gasthof zur Krone - Bahnhofstrasse 13

1444 in der Zeit des „Alten Zürichkriegs“ (1436-1450) findet die „Krone“ ihre erstmalige, urkundliche Erwähnung. Kein anderes Gasthaus in Mellingen ist früher als die Krone erwähnt. Sie stand damals an der Hauptgasse, in der nordwestlichen Häuserzeile, als Gebäude neben Haus Hauptgasse 2. Neben dem "Löwen" und dem "Hirschen" war die "Krone" eine Tavernenwirtschaft, durfte also warme und kalte Speisen abgeben und Gäste beherbergen. So standen 1555 10 Gästebetten bereit. Hinter dem Gebäude fanden sich auch Pferdestallungen.

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Um 1800 wurde die „Krone“ an den Kirchplatz verlegt, und zwar an die Stelle wo heute (2017) das kath. Pfarrhaus steht . Wirt war damals Bernhard Xaver Gretener (1751-1806), von 1803 bis 1805 erster Gemeindeammann Mellingens im neugeschaffenen Kanton Aargau. Nach 1840 erwarb der Kronenwirt das nebenan liegende Gebäude des Spitals (an dessen Stelle steht heute das Rathaus). Das Spital selbst verlegte sein Domizil kurzfristig ins Haus Hauptgasse 17. Doch in den 1850er-Jahren geriet die "Krone" in Konkurs, sodass die Gemeinde 1855 den Gebäudekomplex erwerben konnte und daselbst Rat-, Schul- und Pfarrhaus errichtete.
Der Kronenwirt Alois Iten zog ins Dieboldhaus (Gebäude Bahnhofstrasse Nr. 11) um. 1863 zügelte die „Krone“ an den heutigen Standort.
Es war dies laut Albert Nüssli das umgebaute Bürohaus der Firma von Josef Marin Gretener (1807-1863) -> über diese Firma s. Bild-Nr. 02071. Als Wirtin wirkte Elise Huber, die auch Bierbrauerin war. Der 1864 erbaute Saal war über Jahrzehnte, gleichzeitig mit dem alten Saal im Hotel „Löwen“, für die Gemeinde von grosser kultureller Bedeutung. Nachdem der „Kronensaal“ über lange Zeit leer stand, wurde er 1986 abgebrochen. An seiner Stelle wurden Wohnungen eingerichtet. Im Erdgeschoss führte der ehemalige Kronenwirt Hans Meier eine mechanische Werkstätte. 1997 richtete dort Toni Meier in sein reichhaltiges Kutschenmuseum ein. 2010 verlegte Meier das Museum nach Staretschwil.
Langjährige Wirte waren im 20. Jahrhundert die Familien Mäder (s. Bild-Nr. 02070) und Meier. Um 1920 erwarb Adolf Mäder den Gasthof. Nachdem Mäder 1933 verstarb, führte dessen zweite Gattin bis 1947 den Betrieb weiter. Damals übernahm der Badener Unternehmer Heimgartner die Liegenschaft, welche dann in den 1950er-Jahren an Familie Meier verkauft wurde.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert stand an der linken Seite des Gebäudes eine Benzinzapfsäule.
In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde die "Krone" zunehmend zu einem Erotik-Etablissement. Wirt Franz Duss versteigerte die Liegenschaft 1997. 1998 wird Giuseppe Bossi Besitzer des Gasthofs.
Bild um 1900: „Gasthof zur Krone“ mit Bierbrauerei, links der Kronensaal, in der Mitte Passerelle, die den Gasthof mit dem Saal verbindet.

Postkarte

Literatur: Rainer Stöckli. Geschichte der Stadt Mellingen, Mellingen 1979, S. 205-207.




Bild-Nr.: 02072
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Otto Müller / Werner Mäder / Albert Nüssli/ Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1900

Um 1930 Hotel Krone - Bahnhofstrasse 13

Das Foto stellte uns Werner Mäder (geb. 1928), Lenzerheide, der Sohn von Wirt Adolf Mäder (1889-1933), zur Verfügung. Ihm verdanken wir auch die untenstehenden Angaben. Er datiert das Foto in die Zeit um 1930. Auf dem Bild sind vor der Tankstelle Vater Adolf Mäder und zwei der Brüder von Werner Mäder zu sehen, nämlich links Adolf (geb. 1920) und in der Mitte Willi Mäder (geb. 1922). Adolf Mäder übernahm die "Krone" um 1920.

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Adolf Mäders Gattin, eine geborene Stenz, von Niederwil, starb 1928 fünf Tage nach der Geburt ihres Sohns Werner. Vater Mäder heiratete darauf wieder, verstarb dann aber schon 1933, s. dazu die beiden Fotos mit dem Trauerzug auf der Reussbrücke anlässlich der Beerdigung von Adolf Mäder unter den Bild-Nrn. 02070.1 und 02070.2. Witwe Sophie Mäder, geb. Bruholz, führte darauf den Gasthof bis 1947 weiter und verkaufte dann die Liegenschaft an Herrn Heimgartner, Unternehmer in Baden.
Über die Geschichte der "Krone" s. Bild-Nr. 02072


Bild-Nr.: 02070
Bild: Werner Mäder, Lenzerheide
Text: Werner Mäder; Lenzerheide
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1930

1933 Trauerzug anlässlich der Beerdigung von Kronenwirt Adolf Mäder

Adolf Mäder (1889-1933) hatte den Gasthof Krone ca. 1920 übernommen. Seine erste Gattin starb 1928 fünf Tage nach der Geburt von Sohn Werner. Mäder heiratete wieder, starb dann aber selbst am 27. April 1933. Wie das Bild des Trauerzugs zeigt, war die Anteilnahme der Bevölkerung für die vom Schicksal sehr hart betroffene Familie gross.
Foto und obenstehende Angaben von Werner Mäder (*1928), von Lenzerheide.

s. auch das Foto mit Kronenwirt Adolf Mäder und zwei seiner Söhne unter
Bild-Nr. 02070


Bild-Nr.: 02070.1
Bild: Werner Mäder, Lenzerheide
Text: Werner Mäder, Lenzerheide
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1933

1933 Trauerzug Kronenwirt Adolf Mäder

Trauerzug anlässlich der Beerdigung von Kronenwirt Adolf Mäder (1889-1933), der am 27. April 1933 im 44. Altersjahr verstarb.
Foto und Angaben von Werner Mäder (*1928), von Lenzerheide, Sohn von Wirt Adolf Mäder aus erster Ehe.
Für das Weitere s. Bild Nr. 02070.1


Bild-Nr.: 02070.2
Bild: Werner Mäder, Lenzerheide
Text: Werner Mäder, Lenzerheide
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1933

ca. 1974 Gasthaus zur Krone, Bahnhofstrasse 13

Zur Datierung: 1973 wurde die Bahnhofstrasse ausgebaut und die Stromleitungen verkabelt. 1974 entfernte man die Freileitungen. Auf diesem Foto sieht man noch die hölzernen und metallenen Strommasten, die Elektrodrähte sind aber schon abmontiert.

Zum Gasthof Krone s. Bild-Nr. 02072.


Bild-Nr.: 02077
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1974

Nach 1980 Gasthaus Krone, Bahnhofstrasse 13

Zur Datierung: Gleiches Aufnahmedatum wie Bild-Nr. 02088, wo die 1980 eröffnete Garage Vecchio (Bahnhofstrasse 63) sichtbar ist.
Über die Geschichte der Krone s. Bild-Nr. 02072


Bild-Nr.: 02084
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1980

Vor 1986 Gasthaus Krone, Bahnhofstrasse 13

Der 1986 abgerissene Kronensaal steht noch.
Über die Geschichte der Krone: s. Bild-Nr. 02072


Bild-Nr.: 02078
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1986

Vor 1986 Gasthaus Krone, Kronensaal, Bahnhofstrasse Nr. 13

Im Erdgeschoss die Metallbaufirma HAME von Hans Meier, dem ehemaligen Kronenwirt.
Der Kronensaal wurde 1986 abgerissen und durch einen Wohntrakt (Gruemetweg 2) ersetzt.
Über die Geschichte der "Krone": s. Bild-Nr. 02072


Bild-Nr.: 02080
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1986

1986 Gasthof Krone, Bahnhofstrasse 13, Abbruch des Kronensaals

Der Kronensaal wurde 1986 abgebrochen und durch einen Wohntrakt (Gruemetweg 2) ersetzt.
Über die Geschichte der Krone: s. Bild-Nr. 02072


Bild-Nr.: 02081.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1986

1986 Abbruch des Kronensaals Bahnhofstrasse 13

s. Bild-Nr. 02081.1


Bild-Nr.: 02081.2
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

.04.1986

1986 Abbruch des Kronensaals, Bahnhofstrasse 13

s. Bild-Nr. 02081.1


Bild-Nr.: 02081.3
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

.06.1986

1986 Abbruch des Kronensaals, Bahnhofstrasse 13

s. Bild-Nr. 02081.1


Bild-Nr.: 02081.4
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

.07.1986

1986 Umbau Kronensaal Flugbild


Bild-Nr.: 14286
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text:
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

.09.1986

Ca. 1995 Mehrfamilienhaus Gruemetweg 2, ehemals Kronensaal

Der Kronensaal wurde 1986 abgebrochen und durch das Mehrfamilienhaus Gruemetweg 2 ersetzt.
Über die Geschichte der Krone s. Bild-Nr. 02072


Bild-Nr.: 02083
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1995

Nach 1997 Kutschenmuseum im Nachfolgebau des Kronensaals, Gruemetweg 2

Anstelle des Kronensaals wurde 1985 ein Mehrfamilienhaus gebaut. In dessen Erdgeschoss unterhielt Toni Meier von 1997 bis 2010 ein Kutschenmuseum.
Über die Geschichte der Krone und des Kronensaals s. Bild-Nr. 02072.


Bild-Nr.: 02086
Bild: Otto Müller
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1997

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