Altes Ratshaus

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1467 Ratsstube aus dem alten Rathaus

Wie auf einem Deckbalken nachzulesen ist, wurde die Ratsstube 1467 vom Mellinger Werkmeister Hans Widerkehr geschaffen.
Es handelt sich um eines der schönsten spätgotischen Zimmer des Aargaus.
1889 wurde die Ratsstube ans Helmhaus in Zürich verkauft und gelangte dann Ende des 19. Jahrhunderts ins Schweizerische Landesmuseum, wo diese Stube seither in der Abteilung historischer Gemächer bewundert werden kann. Nach einer grundlegenden Restauration wurde der Raum mit neuen Sammlungsobjekten des Museums, die nicht von Mellingen stammen, ausgestattet. Die Ratsstube kann aber erst 2019 wieder besichtigt werden.

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Im Alten Rathaus befand sich die Ratsstube im zweiten Obergeschoss gegen die Grosse Kirchgasse hin. Im nun (2017) restaurierten Rathaus - seit dem 19. Jahrhundert in Privatbesitz - ist auf dem speziell eingefärbten Parkettboden die Grundfläche der ehemaligen Ratsstube erkennbar.

Zur Abbildung: Besonders bemerkenswert ist der reich geschnitzte Balken in der Mitte (s. die Detailaufnahmen auf den speziellen Fotos: Bild-Nrn. 04025.15, 04025.16, 04025.17). Decke und Portal mit doppeltem Mellinger Wappen sowie einige wenige Wandfelder links und rechts des Portals stammen aus dem 15. Jahrhundert, das Wandtäfer ist grösstenteils erneuert. Vollständig erneuert sind die Schnitzereien über den drei Staffelfenstern. Die linke der beiden Fenstersäulen ist eine moderne Rekonstruktion, die rechte Säule aus dem 15. Jahrhundert zierte schon in Mellingen die Ratsstube. Die in den Fenstern eingelassenen Kabinettscheiben gehören nicht zur ursprünglichen Ausstattung der Stube.

Literatur: Peter Hoegger. die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band VI. Basel 1976, S. 422-423.



Bild-Nr.: 04025.12
Bild: Schweizerisches Nationalmuseum DIG-36161_IN-12.jpg-Fotos
Text: Peter Hoegger / Rainer Stöckli / Christina Sonderegger SNM
Copyright: Schweizerisches Nationalmuseum

.01.1467

Ratsstube aus dem alten Rathaus 1467

Heute Schweizerisches Landesmuseum Zürich
Blick gegen das eichene originale Eingangsportal "mit rechteckigem Türfalz unter gekehltem Eselsrücken, dessen Zwickel von feinem Fischblasenmasswerk eingenommen werden" (P. Hoegger). Aussen sind ausserhalb der in einen Kielbogen verlaufende Türe auf beiden Seiten Stadtwappen angebracht.
Der Ofen stammt aus den Beständen des Landesmuseums.
Über die Ratsstube allgemein: s. Bild-Nr. 04025.12
Literatur:
Peter Hoegger. Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band VI. Basel 1976, S. 422.


Bild-Nr.: 04025.14
Bild: Schweizerisches Nationalmuseum DIG_36159-IN-12.jpg-Fotos
Text: Peter Hoegger
Copyright: Schweizerisches Nationalmuseum

.02.1467

1467 Ratsstube aus dem alten Rathaus

Heute im Landesmuseum Zürich.
Auf dem Deckenbalken gibt sich der Schöpfer dieser vorzüglichen Schnitzereien in gotischer Fraktur zu erkennen:
"ich hans widerker * WerchkMeister dieser stat
der nit hat pfenig noch pfand
der ess der truben ab der wa[n]d."

Dieser Spruch weist auf das Füllbrett zwischen den beiden Balken hin, wo neben Wellenranken Trauben und Weinlaub zu sehen sind (s. die separate Detailaufnahme).

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Aufgrund stilistischer Merkmale werden auch die Balkendecke des Refektoriums im ehemaligen Kloster Gnadenthal von etwa 1490 (heute im Museum eingebaut) und die Stube im ersten Obergeschoss von Haus Hauptgasse Nr. 3 in Mellingen Hans Widerkehr zugeschrieben.
Über die Ratsstube allgemein: s. Bild-Nr. 04025.12
Literatur:
Peter Hoegger. Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band VI. Basel 1976, S. 422.


Bild-Nr.: 04025.15
Bild: Schweizerisches Nationalmuseum DIG_7698-IN-12.jpg-Fotos
Text: Peter Hoegger / Rainer Stöckli
Copyright: Schweizerisches Nationalmuseum

.03.1467

1467 Ratsstube aus dem alten Rathaus

Heute im Landesmuseum Zürich.
Es ist ein grosser Glücksfall, dass Hans Widerkehr auch das genaue Entstehungsjahr der Ratsstube eingeschnitzt hat, nämlich in römischen Ziffern:
"Anno domini * M.cccc.lxxvii", also: Im Jahr des Herrn 1467.
Über die Ratsstube allgemein: s. Bild-Nr. 04025.12


Bild-Nr.: 04025.16
Bild: Schweizerisches Nationalmuseum DIG_7699-IN-12.jpg-Fotos
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Schweizerisches Nationalmuseum

.04.1467

1467 Ratsstube aus dem alten Rathaus

Auf der Unterseite des Balkens sind im Mittelteil neben Wellenranken auch Trauben und Weinlaub dargestellt. Diese weisen auf den Schluss des Sinnspruchs hin, den Hans Widerkehr eingeschnitzt hat: "... der ess der truben ab der wan[d]". Im oberen Teil sehen wir - aus unserer Blickrichtung auf den Kopf gestellt - in einem Kreis einen sogenannten Wildmann, links davon ein Fabeltier und rechts einen Löwen.
Im untern Teil ist ein Hase in einem Kreis abgebildet, links und rechts davon Fabeltiere, eine Art Drachen.

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Über die Ratsstube allgemein: s. Bild-Nr. 04025.12
Literatur:
Peter Hoegger. Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band VI. Basel 1976, S. 422.


Bild-Nr.: 04025.17
Bild: Schweizerisches Nationalmuseum DIG_7700-IN-12.jpg-Fotos
Text: Peter Hoegger / Rainer Stöckli
Copyright: Schweizerisches Nationalmuseum

.05.1467

Ratsstube aus dem alten Rathaus 1467

Heute im Landesmuseum Zürich
Als der Raum nach der Restauration 2010 wieder vorübergehend öffentlich zugänglich gemacht wurde, versuchte man der Ratsstube "Leben" einzuhauchen. Da nachgewiesen ist, dass im Rathaus häufig vor allem als Lohn für geleistete Arbeit im Dienste der Stadt opulente Schmausereien stattfanden, stattete man den Raum mit einer Festtafel aus.
Möblierung und Essgeschirr stammen aus den Beständen des Landesmuseums.
Diese Inszenierung soll aber wieder umgestaltet werden.
Über die Ratsstube allgemein: s. Bild-Nr. 04025.12


Bild-Nr.: 04025.13
Bild: Schweizerisches Nationalmuseum DIG-10794_IN-12.jpg-Fotos
Text: Rainer Stöckli / Christina Sonderegger SNM
Copyright: Schweizerisches Nationalmuseum

.06.1467

Tor 1536 mit Eisenwaren-Laden Huber

Der oben stehende Zeitungsartikel muss relativiert werden: Als dieser Text 1975 geschrieben wurde, war das Jahr 1536 tatsächlich die älteste Jahresangabe an einem Gebäude in Mellingen. In der Zwischenzeit konnte aber am Kirchturm der Pfarrkirche noch eine ältere Jahreszahl - nämlich 1523 - freigelegt werden. Sie ist an der norwestlichen Dachuntersicht des Turms angebracht.


Bild-Nr.: 06005.1
Bild: Reussbote 11. März 1975
Text: Albert Nüssli / Rainer Stöckli
Copyright: Reussbote

1536

Um 1910 Altes Rathaus mit drei Toren

Dieses Foto wurde zwischen 1908 und 1913 aufgenommen. Wir sehen noch die Fassade gegen die Grosse Kirchgasse hin mit den drei Türöffnungen, wie sie sich wohl jahrhundertelang präsentierte: Links das sehr hohe Tor, beseitet von zwei Säulen, darüber der Wappenstein. Dieses Portal dürfte in die Räumlichkeiten in den oberen Stockwerken geführt haben. In der Mitte das mächtige Tor, wohl als Eingang ins Erdgeschoss des ehemaligen Rathauses. Hier wurden, seit das Rathaus 1856 in private Hände überging, verschiedene Gerätschaften eingestellt. Rechts die Türe in den Keller, über deren Scheitel die Jahrzahl 1536. Diese Jahrzahl ist heute noch an der Fassade sichtbar, s. Bild-Nr. 06005.1.

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Zur Datierung: 1908 wurde in Mellingen die Elektrizität eingeführt. Auf dem Brückentordach sehen wir den Strommast, über welchen teilweise die Energie ins Städtchen geleitet wurde. 1913 wurde das Erdgeschoss zu geschäftlichen Zwecken umgebaut. Dannzumal verschwanden die drei Tore und mussten Schaufenstern und dem Eingang in die Geschäftsräume weichen. Die Aufnahme dürfte daher ca. 1910 entstanden sein.


Bild-Nr.: 06004.9
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1910

Altes Rathaus - Grosse Kirchgasse 1 - vor 1975

Da die wissenschaftliche Auswertung der von 2012 bis 2014 vorgenommenen archäologischen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen ist, kann nicht mit Sicherheit auf einen vorstädtischen Vorgängerbau geschlossen werden. Bei den Grabungen wurde Brandschutt in Form von Holzkohle und brandgerötetem Lehm freigelegt. Manches spricht dafür, dass dieser aus der vorstädtischen Zeit stammt. In dieser Planierungsschicht wurde auch eine Keramikscherbe gefunden.

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Einen weiteren Hinweis, dass möglicherweise schon vor dem Bau eines befestigten Markts hier ein „festes Haus“ stand, könnte die romanische Säule, die 1943 bei Umbauten im ersten Stockwerk zum Vorschein kam, liefern. Diese dürfte aus der Mitte oder der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammen und ist heute im Ortsmuseum ausgestellt. Aus der Phase der Stadtgründung stammt die reussseitige Stadtmauer, an deren Innenseite dieser Herrschaftssitz wohl Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Das Mauerwerk ist zum Teil bis 1.8 m dick.
In alten Urkunden wird der Bau „Gräffenmur“ (=Gräfinnenmauer) genannt. Der Historiker Theodor von Liebenau schloss Ende des 19. Jahrhunderts daraus, das Gebäude könnte nach dem Tod Hartmanns V. im Jahre 1263 eine Zeitlang von den Gräfinnen Elisabeth von Chalon, der Witwe Hartmanns, und deren Tochter Anna von Kyburg bewohnt gewesen sein. Dieses Haus war ein Lehen der Landesherren, zuerst der Kyburger, dann der Habsburger und seit 1415 der Eidgenossen.
Bis Mitte des 15. Jahrhunderts wohnten verschiedene Bürger in der Gräfinnenmur, welche dann von der Stadt gekauft wurde (Vorher stand das Rathaus an der Hauptgasse). Aufgrund der Fälldaten von Dachstuhl- und Deckenbalken baute man die „Gräffenmür“ von 1462 bis 1465 zum Rathaus um, wobei man die gassenseitige Front gänzlich niederriss und die heutige aussergewöhnlich harmonische Fassade mit Kreuzstock- und Staffelfenstern errichtete. Im zweiten Obergeschoss schuf der Mellinger Werkmeister Hans Widerkehr 1467 die prächtige Ratsstube. Diese verkaufte man leider 1889; sie ist heute als eine der schönsten spätgotischen Ratsstuben der Deutschschweiz im Nationalmuseum Zürich zu bewundern. Zwischen 1528 und 1536 nahm man am Rathaus verschiedene Umbauten vor, was durch die am Gebäude angebrachte Jahrzahl 1536 beim ehemaligen Abgang zum Keller belegt ist. Die beiden spätgotischen Treppengiebel – die einzigen des Städtchens - sowie ein an der gassenseitigen Fassade angebrachtes skulptiertes Stadtwappen mit Schildhalterlöwen (Original von ca. 1530 im Ortsmuseum) zwischen Erd- und Obergeschoss betonen die öffentliche Funktion des Hauses. 1856, als die städtische Verwaltung an den Kirchplatz verlegt wurde, ging der Bau in Privatbesitz über. Seit 1913 wurde das Gebäude zu geschäftlichen Zwecken verwendet und das Erdgeschoss gänzlich umgestaltet. 1923, 1967 und 1975 Aussenrenovationen. (Vorliegendes Foto entstand vor der Aussenrenovation 1975.) Ab 2012 wurden im Gebäude Umbauarbeiten vorgenommen und sukzessive stilvolle Altstadtwohnungen realisiert, welche 2017 bezogen werden konnten.




Bild-Nr.: 06001
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1975

1975 Altes Rathaus: Grosse Kirchgasse 1

1975 wurde das alte Rathaus einer Aussenrenovation unterzogen. Dabei kam beim Abschlagen des Verputzes der ehemalige Eingang in den Keller mit der Jahreszahl 1536 zum Vorschein. Beim Umbau des Erdgeschosses in ein Ladenlokal im Jahre ca. 1913 wurden Jahreszahl und das ursprüngliche Kellerportal mit Putz überdeckt. Ein noch ältere Jahreszahl - nämlich 1523 - an einem Gebäude in Mellingen konnte in der Zwischenzeit an der nordwestlichen Dachuntersicht des Kirchturms festgestellt werden.

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Den Angaben von Albert Nüssli entnehmen wir folgendes: 1913 kaufte Paul Häne, dessen Mutter im Gebäude Grosse Kirchgasse 8 eine Spezereihandlung geführt hatte, das alte Rathaus, um es zu einem Kaufhaus umzubauen. Die Maurerarbeiten übernahm das Baugeschäft Franzetti in Nesselnbach. Kaum war der Umbau vollendet, brach der Erste Weltkrieg und damit auch eine Wirtschaftskrise aus. Deshalb geriet Häne in Konkurs. Am 25. Februar 1915 erwarben die Bürgen das mäachtige Haus für 28'000 Franken. Am 20. Dezember 1915 eröffnete darin Fritz Grossen-Lehmann ein Spezerei-, Eisenwaren- und Haushaltungsartikelgeschäft. Soweit die Angaben Nüsslis.

Bei der Restauration 1975 verputzte man den Kellereingang wieder mit Ausnahme der Jahreszahl 1536, die am Mauerwerk wieder sichtbar ist. Dieses Datum ist in folgendem Zusammenhang zu sehen. Zwischen 1528 und 1536 wurden am Rathaus umfassende Umbauten vorgenommen, an welche Altschultheiss Konrad Murer 100 Gulden spendete. Aus der gleichen Bauphase stammt auch das Portal mit der Jahreszahl 1534 und dem Mellinger Doppelwappen zwischen Brückentor und Rathaus im ersten Obergeschoss, das bei Restaurationsarbeiten 2012 zum Vorschein kam. Im selben Jahr bat Mellingen die VIII regierenden Orte um Standesscheiben in das umgestaltete Rathaus. Diese trafen allerdings erst 1541 in Mellingen ein. Wann diese entfernt oder entwendet wurden, ist unbekannt.


Bild-Nr.: 06005.1
Bild: Reussbote
Text: Albert Nüssli / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1975

1975 altes Rathaus, Brückentor und Hirschen, Flussseite

Aufnahme vor der Aussenrenovation von altem Rathaus und Brückentor 1975, rechts der ehemalige Gasthof zum "Hirschen".


Bild-Nr.: 04027.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1975

1975 restauriertes Brückentor und altes Rathaus

Ausführliche Angaben über das alte Rathaus s. Bild-Nr. 06001 sowie über das Brückentor s. Bild-Nr. 04006.


Bild-Nr.: 04030.02
Bild: Heinz Fröhlich
Text: Fotoarchiv Mellingen
Copyright: Heinz Fröhlich

ca. 1975

1975 Altes Ratshaus

Altes Ratshaus kurz vor der Renovation 1975 in der Fasnachtszeit.

Über das alte Rathaus s. Bild-Nr. 06001


Bild-Nr.: 04025.8
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1975

1975 Umfassende Aussenrenovation des alten Rathauses und des Brückentors

Nachdem im Dezember die Gerüste vom alten Rathaus entfernt worden sind, präsentiert sich nun das Gebäude als Kleinod des mittelalterlichen Städtchens. Rund 160`000.- Franken sind investiert worden, um eines der ältesten Gebäude von Mellingen stilgerecht zu restaurieren. Der Bund subventionierte mit 26`000.- Franken, der Kanton mit 21`000.- Franken, die Gemeinde bezahlte 35`000.- Franken und der Bauherr 65`000.- Franken. Die Unirenova ihrerseits verzichtete auf ihr Honorar von 15`000.-bis 20`000.- Franken.
Als Beitrag zum Europäischen Jahr für Heimatschutz und Denkmalpflege hat die Unirenova AG, Planung und Durchführung von Renovationen, im Frühjahr 1975 zur Aktion "Gratis-Renovation" aufgerufen. Jede der sechs Regionalgesellschaften (Aarau, Basel, Bern, Genf, Winterthur und Zürich) hat unter Verzicht auf ihr Honorar ein geeignetes Objekt gesucht. Im Kanton Aargau hat die Jury unter Vorsitz des Architekten Manuel Pauli, Mitglied des Schweizerischen Komitees des Europäischen Jahres für Heimatschutz und Denkmalpflege, von insgesamt 53 Eingaben das alte Rathaus in Mellingen ausgewählt. Total gingen über 2oo Anmeldungen ein.

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Um die Fassade mit einem denkmalpflegerisch annehmbaren Material streichen zu können, mussten zuerst 400m2 Verputz abgespitzt werden. Alle Steinhauerarbeiten haben dank gründlicher Überarbeitung ihre alten Strukturen zurückerhalten. Die Treppengiebel wurden eingedeckt. Um die Harmonie des Gesamtbildes nicht zu stören, sind alle Spenglerarbeiten in Kupfer ausgeführt worden. Für das Dach wurden, gemäss Forderungen des Heimatschutzes, insgesamt 10`000 alte Biberschwanzziegel verwendet. Auch die Kaminabdeckungen entsprechen nun den genauen Anforderungen des Heimatschutzes. Beim Öffnen der zugemauerten Fensterpartie an der Giebelfassade stiess man auf grosse Schwierigkeiten, musste doch eine rund 1,5 Meter dicke Aussenwand abgetragen werden. Alle Fenster sind durch zusammengesetzte Scheiben von je 15x18 cm ersetzt worden. Auch die Schaufenster gegen die Grosse Kirchgasse mussten mit neuen Einfassungen versehen werden. Bei diesen Arbeiten kam eine alte Türfassung mit der Jahreszahl 1536 zum Vorschein. Das stark in Mitleidenschaft gezogene Stadtwappen hat einer Kopie aus Epoxidquarzsandmörtel wichen müssen. Das Original kommt ins Ortsmuseum. Über dem Torbogen sind die alten gemalten Wappen wieder rekonstruiert worden und schmücken nun wieder die Fassade wie früher.

Ausführliche Angaben über das alte Rathaus s. Bild-Nr. 06001 sowie über das Brückentor s. Bild-Nr. 04006.


Bild-Nr.: 04030.06
Bild: Heinz Fröhlich
Text: Reussbote 12. Dezember 1975
Copyright: Heinz Fröhlich/Reussbote

.12.1975

1976 altes Rathaus nach Renovation

Eckstrebepfeiler sowie steinerne Fenster-, Schaufenster- und Türrahmen sind neu braunrot bemalt.
Ausführliche Angaben über das alte Rathaus s.Bild-Nr. 06001


Bild-Nr.: 04030.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1976

1976 Altes Rathaus und Brückentor nach Renovation von 1975

Ausführliche Angaben über das alte Rathaus s. Bild-Nr. 06001 sowie über das Brückentor s. Bild-Nr. 04006.


Bild-Nr.: 04030.2
Bild: Heinz Fröhlich
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Heinz Fröhlich

1976

Altes Rathaus nach Renovation 1975/76

1975/76 Umfassende Aussenrenovation des Brückentors und des alten Rathauses unter Assistenz der Denkmalpflege. Wiederherstellung der frühbarocken Bemalung über dem Brückentor mit dem Wappen des Reichs (Doppeladler) und den Schildern der acht alten Orte in modernisierter Ausführung.

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Brückentor, Front zur Hauptgasse
Die Brücke und das Brückentor reichen in die Zeit der Marktgründung zurück (Mitte des 13. Jh. ).
1505 wird das Brückentor beim Brand stark beschädigt. Über dem Torbogen hatte es wohl bis dahin nur einen Wehrgang. Die heutigen zwei Geschosse und der mächtige Dachstock entstanden erst im 16. Jahrhundert.
Vor Inbetriebnahme der neuen eisernen Brücke in den Jahren 1927/28 wurde das Brückentor um das Doppelte verbreitert. Die ehemalige Zollstube und der Hirschenbrunnen gingen verloren. Die frühbarocke Freskodarstellung mit einem Krieger, den Wappen des Reichs (Doppeladler) und der Stadt (mit historischen Kugelwappen) und den Wappen der acht alten Orte wurde durch eine Kopie des Stichs von Matthäus Merian ersetzt, flankiert von zwei Bannern mit dem Stadtwappen, rechts mit den Zeichen des Juliusbanners.
1967 Blauweiss geflammte Fensterläden.

Schmuckes, schmiedeisernes Wirtshausschild aus der Biedermeierzeit am Gasthof „Hirschen“.


Bild-Nr.: 04030.01
Bild: Heinz Fröhlich
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Heinz Fröhlich

ca. 1976