Allgemeine Ansichten Kleine Kirchgasse

Kirchgassen mit Iberg und Altersheim > Kleine Kirchgasse

Um 1900 Rat- und Pfarrhaus mit Pfarrkirche

Um 1900 wurde das städtische Schlachthaus, die sog. Metzg, abgerissen. Im Vordergrund sind hinter dem Kirchplatzbrunnen noch einige Schuttreste sichtbar. Für das Weitere s. Bild-Nr. 06078
Auf der Postkarte steht folgender Text: "Feinstes Pfingstwetter. Viel Durst und Hunger. Unser[e] Kleine ist munter. Es grüsst Sie freundlichst Otto H. Rieter-Keller. 1. Juni 1905."


Bild-Nr.: 06079
Bild: Fotoarchiv Mellingen Postkarte
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1900

1914 Postkarte J. Jermann, Eisenwaren Mellingen

Josef Jermann übergab seine Spezerei- und Eisenwarenhandlung an der Kleinen Kreuzzelg Nr. 24 1919 an Charles Emile Robert.


Bild-Nr.: 06046.10b
Bild: Robert Höhener/Nüssli
Text: Fotoarchiv-Team Mellingen
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1914

1919 Charles Emile Robert übernimmt Eisenwarenhandlung

Im Haus Kleine Kirchgasse Nr. 24 übernimmt Charles Emile Robert die Spezerei - und Eisenwarenhandlung von Josef Jermann.


Bild-Nr.: 06046.10a
Bild: Robert Höhener/Nüssli
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1919

Um 1930 Kleine Kirchgasse mit Garage des ersten Postautomobils

Im Jahre 1926 passierte das letzte Mal eine Postkutsche unser Städtchen. Die Zeit der Postautomobile nahm ihren Anfang.
Auf dem Bild erkennt man links das Wohnhaus und die Schuhmacherwerkstätte von Ernst Frey. Am Platz einer hölzernen Scheune (s. Bild-Nr. 06041) errichtete man 1925 eine backsteinerne Garage für das Postauto; ein Fremdkörper im hübschen Bild der Häuserfronten. Sie tat jedoch ihren Dienst nur für wenige Jahre.
1932 errichteten Herr und Frau Riesen an ihrer Stelle ein Kleider- und Modegeschäft "Zum billigen Laden".

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Links ganz im Hintergrund das Ökonomiegebäude von Konfitürenmüller s. Bild-Nr. 06041.


Bild-Nr.: 06042
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1930

Um 1930 Kleine Kirchgasse

Am linken Bildrand sieht man noch die 1926 in Backsteinbauweise errichtete Postautogarage, die 1932 von Fritz Riesen zum Geschäft „Zum billigen Laden“ umgebaut wurde, Kleine Kirchgasse 5. Es ist unklar, weshalb damals die halbe Gasse "überschwemmt" war.


Bild-Nr.: 06047.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1930

1932 Kleine Kirchgasse

Ganz links das Haus mit der Schuhmacherwerkstatt von Ernst Frey mit modernerem Firmenschild, Kleine Kirchgasse 3 -->s. Bild-Nr. 06041.1
Am Platz, wo einst die hölzerne Scheune mit den beiden markanten Toren stand --> s. Bild-Nr. 06041 und in der Folge
1926 die Garage aus Backsteinen für das Postauto --> s. Bild-Nr. 06041.1 errichtet wurde, baute Fritz Riesen im Jahre 1932
sein Wohnhaus mit dem Kleider- und Modegeschäft „Zum billigen Laden“ (Angaben über Frau Riesen s. Bild-Nr. 06047), Kleine Kirchgasse 5.

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Nach seiner Pensionierung ging das Geschäft an Willi Säuberli über. Frau Säuberli war die Nichte von Frau Riesen.
1978 kaufte Niklaus Bättig das Geschäft als Dependance zur Sattlerei an der Hauptgasse Nr. 5, die er 1947 von Emil Iten erworben hatte.
1980 übernahm Bättigs Sohn Otto und dessen Gattin den Betrieb mit den beiden Geschäftslokalitäten, an der Hauptgasse vor allem Bettwaren, an der Kleinen Kirchgasse Teppiche und Bodenbeläge.
2015 gaben Bättigs den Betrieb auf. Das Ladenlokal an der Hauptgasse ging an die Drogerie Haus --> Kräuter- und Teeladen, und
das Lokal an der Kleinen Kirchgasse an Islam Gallapeni --> Bodenbeläge, über.
Anschliessend an das Geschäftshaus Riesen ist noch das Dach des Bauernhofs von Konfitüren-Müller (s. Bild-Nr. 06041) und ein Landwirtschaftsgefährt auf der Gasse zu sehen.



Bild-Nr.: 06043
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1932

1938 Velohandlung Josef Huber

1.12.1938 Josef Huber hat als Automechaniker im Städtchen Mellingen eine Velohandlung
eröffnet. Sein Anfangskapital betrug damals Fr. 816.-, der Mietzins Fr. 25.- .


Bild-Nr.: 06046.16
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team Mellingen
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1938

ca. 1940 Kleine Kirchgasse

Links im Hintergrund das Kleidergeschäft "Kleider Frey", das 1943 vom Ehepaar Frey-Beyeler übernommen wurde. Rechts ganz am Rand sieht man noch die Scheune von "Konfitüre Müller". Diese wurde um 1950 abgerissen. An deren Stelle entstand der Ausstellungsraum von Frey-Beyeler.

Das zweite Haus von links ist Kleine Kirchgasse Nr. 24.
1919 übernahm Charles Emile Robert von Josef Jermann die Spezerei- und Eisenwarenhandlung im Haus Nr. 24.
siehe auch Bild-Nr. 06046.10a, 06o46.10b und 06046.10c


Bild-Nr.: 06046.10
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1940

Kleine Kirchgasse

Links erkennt man Scheune und Stall von „Konfitüren-Müller“, die Anfang der 1950er-Jahre abgebrochen wurden. Zu dieser Liegenschaft siehe im weiteren Bild-Nr. 06041.
In den 50er-Jahren wurde das Ökonomiegebäude abgerissen und an dessen Stelle das Ausstellungsgebäude des Modegeschäfts Frey-Beyeler, das auf der rechten Seite der Strasse stand, erbaut. Wie auf diesem Foto zu sehen ist, hiess das Geschäft anfänglich „Kleider Frey“.

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Über die weitere Nutzung des Ausstellungsgebäudes --> s. Bild-Nr. 06043.5.
In den Räumen des ehemaligen Modegeschäfts ist heute (2017) die Sprachschule „domusscuola“ untergebracht. Über die Liegenschaften Frey-Beyeler rechts der Gasse s. Bild-Nr. 06045.8.


Bild-Nr.: 06046
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1940

ca. 1940 Kleine Kirchgasse

Links im Hintergrund das Kleidergeschäft "Kleider Frey", das 1943 vom Ehepaar Frey-Beyeler übernommen wurde. Rechts sieht man noch die Scheune von "Konfitüre Müller". Diese wurde um 1950 abgerissen. An deren Stelle entstand der Ausstellungsraum von Frey-Beyeler.
In der Bildmitte sieht man die Velohandlung von Josef Huber, Eröffnung am 1.12.1938.
1965 zieht Josef Huber in den Neubau an der Lenzburgerstrasse und führt neu eine Autogarage mit Opel Vertretung.


Bild-Nr.: 06046.15
Bild: G. Fischer
Text: Fotoarchiv-Team Mellingen
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1940

1947 Kleine Kirchgasse - Aquarell von Friedrich Wyss

Otto Müller berichtet:
„Der leutselige, gesellschaftsfreudige Maler mit seinem breitkrempligen Hut lebte kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges für längere Zeit in unserem Städtchen. Seine Farbbilder von Sehenswürdigkeiten und idyllischen Ecken
unseres Städtchens fanden bei der Bevölkerung Gefallen und regen Zuspruch.
In vielen Mellinger Familien kann man Originale und Reproduktionen von Wyss-Bildern begegnen.“
Auch im Bildarchiv des Ortsmuseums kann man eine ganze Anzahl seiner Werke bewundern.


Bild-Nr.: 06050
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Otto Müller
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1947

Vor 1976 Kleine Kirchgasse

Die hier noch sichtbaren Freileitungen, wurden 1976 verkabelt.


Bild-Nr.: 06043.4
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1975

Vor 1976 Blick vom Kirchplatz in die Kleine Kirchgasse

Aufnahme aus der Zeit vor 1976, als in der Kleinen Kirchgasse die Stromleitungen verkabelt wurden.
Vor dem Gebäude Grosse Kirchgasse 12 der Kirchplatzbrunnen.

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Bild-Nr.: 06010.3
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1976

1983 Kleine Kirchgasse 5 Teppich Bättig und Kleine Kirchgasse 7 Denner-Satellit

1983 erwarb Herr Baumgartner das Gebäude Nr. 7 und richtete darin einen Denner Satellit (s. Firmenschild) ein, den er etwa bis 1990 betrieb. Über die weitere Geschichte dieses Gebäudes s. Bild-Nr. 06043.5.

Im Haus Nr. 5 betrieb damals Otto Bättig ein Geschäft für Teppiche und Bodenbeläge. Über die weitere Geschichte dieses Gebäudes s. Bild-Nr. 06043.


Bild-Nr.: 06044
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1983

Ca. 1985 Erstes Mellinger Schulhaus: Kleine Kirchgasse Nr. 26

Blick durch das Reusstörli: Es handelt sich um das mittlere Gebäude hinter dem Kirchplatzbrunnen, Kleine Kirchgasse 26
Links davon die Kaplanei, Kleine Kirchgasse Nr. 28
Rechts davon Haus Kleine Kirchgasse 24: Hier befand sich ein Spezerei- und Eisenwarenladen, der im März 1919 von Josef Jermann an Charles Robert-Hauri überging.

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Möglicherweise stand das Schulhaus bereits im Mittelalter an dieser Stelle. Beim Grossbrand von 1505 brannte die „Schuol“ ab und wurde wieder aufgebaut. Absolut gesichert ist der derzeitige Standort seit 1663. In diesem Gebäude wurde bis 1856 Schule gehalten.
Als für Mellingen vom Kanton zwei Schulabteilungen, eine Unter- und
eine Oberstufe, verlangt wurden, war die eine von 1826 bis vermutlich
1839 im Haus Hauptgasse 17 untergebracht.
Um 1840 baute man das Haus derart aus, dass beide Abteilungen im
Haus Kleine Kirchgasse 26 Platz fanden.
1856 wechselten die Schulabteilungen in den Komplex des neuen
Rathauses auf der andern Seite des Kirchplatzes.
Das Schulhaus ging in Privathände über.
Mellingen darf sich rühmen, die am frühesten urkundlich erwähnte
öffentlich-rechtliche Schule auf dem Gebiet des Kantons Aargau
zu haben. Bereits 1262 ist hier ein Schulmeister, ein „rector puerorum“,
in einer Urkunde des Klosters Wettingen erwähnt.
Bis etwa 1600 war meist der Stadtschreiber gleichzeitig auch
Schulmeister. Nachher führte ein spezieller Schulmeister die Schule
und war auch für das Orgelspiel und die Betreuung des
Kirchengesangs zuständig.

Eine Übersicht zur Schulgeschichte Mellingens und der einschlägigen
Literatur: Rainer Stöckli. Schule Mellingen vom Mittelalter bis heute.
Mellingen 2012: S. 3 Abbildung der Urkunde von 1262, S. 43:
Literatur zur Schulgeschichte.


Bild-Nr.: 06016
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli / Robert Höhener
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1985

Um 1985 Kleine Kirchgasse Häuser 10-16

Unser Augenmerk richten wir hier auf die vier Gebäude Kleine Kirchgasse 10-16 auf der rechten Strassenseite, und zwar jene Bauten, die zwischen der zweiten und der dritten Strassenlaterne liegen, alles Liegenschaften, die heute (2017) im Besitz von Familie Paul Zürcher sind.
Datierung ca. 1985: Aufgrund der Überschrift über den Schaufenstern hielt damals "Mode-Specht", der die Ladenlokalitäten von 1982 bis ca. 1900 gemietet hatte, seine Textilien feil.
Weitere Angaben über diese Gebäude auf Bild-Nr. 06045.8, wo die einzelnen Häuser besser sichtbar sind.
Auf der linken Seite die Geschäftsräumlichkeiten der Firma Bättig, Geschäft für Teppich- und Bodenbeläge, Kleine Kirchgasse 5: s. Bild-Nr. 06044.


Bild-Nr.: 06044.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Paul und Jacqueline Zürcher / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1985

1995 Floh- und Antiquitätenmarkt - Kleine Kirchgasse

Bis ins 19. Jahrhundert fanden in Mellingen pro Jahr drei bis vier Jahr- und Viehmärkte und wöchentlich Wochenmärkte statt. Diese Institution wich dann aber den modernen Einkaufsmöglichkeiten. Bis etwa Mitte des letzten Jahrhunderts fanden zwar immer noch einige Jahrmärkte statt.
1978 wurde die alte Markttradition in der Altstadt aber wieder aufgenommen. Der erste Flohmarkt startete mit 4 (!) Anbietern. Mit der Zeit zog der Floh- und Antiquitätenmarkt immer mehr Marktfahrer an. 1983 wurde die Organisation der Märkte der damals gegründeten Marktkommission übertragen.

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Zuerst versuchte man jährlich fünf Märkte durchzuführen: Zwei Floh- und Antiquitätenmärkte, einen Frühlings- und einen Herbstmarkt sowie den Chlausmarkt, der vorher vom Gewerbeverein organisiert wurde. Doch der Frühlings- und der Herbstmarkt wurden nur wenige Jahre durchgeführt. Seither finden nun Anfang Mai und Anfang Oktober die schweizweit bekannten Floh- und Antiquitätenmärkte und Anfang Dezember der stimmungsvolle Chlausmarkt statt. Während 1983 am Floh- und Antiquitätenmarkt etwa 50 Marktfahrer ihre Ware feilhielten, nehmen derzeit (2017) 150 bis 200 Anbieter daran teil. Die Photographie von Giuseppe Pelloli zeigt das Markttreiben an der Ecke „Kleine Kirchgasse- Kirchplatz“ 1995.
Die Angaben über die Märkte in neuerer Zeit verdanken wir Robert Höhener, Mellingen, der sich für diese traditionsreichen Anlässe ausserordentlich engagierte.
Die Marktkommission hat eine eigene Homepage: www.mellinger-markt.ch



Bild-Nr.: 06053
Bild: Giuseppe Pelloli
Text: Rainer Stöckli / Robert Höhener
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1995

Um 1996 Haus von Clemens und Monika Adam - Kleine Kirchgasse 4

Prächtig ziert das rote Laub der wilden Rebe im Herbst die Hausfassade gegen die Gasse hin und auf der rechtwinkligen abstehenden Flucht.
Die Aufnahme stammt von Giuseppe Pelloli, dem Gestalter des Bildbandes „Bilder einer aargauischen Kleinstadt - Mellingen“, s. das Bild auf S. 29.

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Es berichtet Otto Müller: „Der eindrückliche Schmuck ist jeweilen ein Wahrzeichen der Kleinen Kirchgasse zur Freude der Anwohner und Passanten.
Umgarnt von der wilden Rebe sieht man auf der dem Restaurant ‚Weisses Kreuz‘ zugewandten Front des Adamhauses zwei Inschriften, beide mit dem Text der Stadtrechtsurkunde von 1296. Die eine wurde im Jubiläumsjahr 1996 ,700 Jahre Stadtrecht‘ in der lateinischen Fassung gross auf die Fassade aufgemalt. Auf Augenhöhe entdeckt man auf einem kleinen Bronzetäfelchen die Übersetzung ins Deutsche.“


Bild-Nr.: 06052
Bild: Giuseppe Pelloli
Text: Otto Müller
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1996

2017 Kleine Kirchgasse Nr. 10, 12, 14, 16

Diese vier Gebäude sind heute (2017) im Besitz der Familie Paul Zürcher: Es handelt sich um das Haus mit braunen Fensterläden ganz rechts und um die folgenden drei Gebäude.
- Haus 10, mit braunen Fensterläden, wurde 1989 von der Erbengemeinschaft Karl Welde an einer Steigerung erworben. Das Haus weist in den Obergeschossen spätgotische dreigliedrige Bandenfenster aus der Zeit um 1600 auf.
- Häuser 12, 14, 16: Laut eines Kaufvertrags im Familienarchiv Zürcher kaufte am 25. Januar 1897 die Familie Frey - u.a. Drechsler Karl Josef Frey - für 14'000 Fr. vermutlich die Häuser 14/16 von Samuel Guggenheim in Baden. Guggenheim hatte zuvor die Liegenschaft von den Erben der Witwe von Vizeammann Halter sel. abgekauft. Die Häuser 12 bis 16 erwarb die Familie Zürcher 1979 von Karl Frey-Beyeler - übrigens für ein Dreissigfaches der obgenannten Summe. Die Gebäude wurden in den Jahren 1980-85 restauriert.

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Karl Frey-Beyeler führte hier mit seiner Gattin von 1945-1972 das "Modegeschäft Frey-Beyeler". Frau Lydia Frey entstammte dem bekannten Modehaus Beyeler in Lenzburg. Es war damals das grösste Modegeschäft in Mellingen. Über den Ausstellungsraum auf der andern Seite der Gasse s. Bild-Nr. 06043.5.
Früher hiess das Geschäft "Kleider-Frey" (s. Bild-Nr. 06046.2 ) und wurde von Freys Vater Karl vermutlich 1936 gegründet. Vorher war in den Häusern Kleine Kirchgasse 12 und 14 das Geschäft von Fritz Riesen untergebracht, bis dieser 1932 auf der andern Seite der Stasse 1932 das "Haus zum Billigen Laden" eröffnete (Kleine Kirchgasse 5).

Nach der Geschäftsaufgabe 1972 verpachtete Karl Frey jun. den Kleiderladen an einen Herrn Kunz, der diesen bis 1982 betrieb.

Als die drei Häuser an die Familie Zürcher übergingen und man die Ladenlokalitäten umbaute und renovierte, wurden darin bis 2000 weiterhin Textilien verkauft: Von 1982 - ca.1990 war es Mode-Specht. Von ca. 1990 bis 2000 führte Trudi Meier, die vorher im Haus Grosse Kirchgasse Nr. 9 gewirkt hatte, das Kleidergeschäft. Nach längeren vergeblichen Versuchen, die Lokalitäten als Verkaufsgeschäft zu vermieten, eröffnete Mitte 2000 Renee Fäller die Sprachschule "talk 2 us". Seit 2008 ist die Sprachschule "Domoscuola" (s. Bild-Nr. IMG-4979.JPG ) eingemietet.

Die drei Häuser 12-16 weisen teils wertvolle Bausubstanz auf. In allen drei Bauten fanden sich noch Riegelwände, deren Zwischenräume mit Stroh und Sumpfkalk ausgefüllt waren. Alle Gebäude wurden zwischen 1980-1985 restauriert.
Das Haus 12 weist ein spätgotisches kunstvoll gekehltes Doppelfenster mit der Jahreszahl 1598 und Steinmetzzeichen auf. Es ist dies die älteste Jahreszahl, die an einem Privathaus im Städtchen angebracht ist. (Das Haus Bruggerstrasse Nr. 30 war als städtische Herberge für Handwerksburschen ein kommunales Gebäude.) Im Estrich eine Fachwerkmauer mit lehmverstrichenen Rutengeflecht.
In Haus 14 besteht vom Kachelofen (wohl 19. Jahrhundert) nur noch die Wand.
In Haus 16 ein Kachelofen, vermutlich 19. Jahrhundert. Das Haus hatte ursprünglich keinen Kamin, sondern bloss einen Rauchfang, so dass der Rauch einfach durch das Dach entweichen musste und die Balken rauchgeschwärzt waren. Im ersten Obergeschoss hübsche Wandtäferung und Nussbaumschrank.


Bild-Nr.: 06045.8
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Jacqueline und Paul Zürcher / Theophil Frey / Doris Kneuss-Frey / Rainer Stöckli
Copyright: © Viktor Zimmermann

2017