Trotte

Mellingen-Dorf Süd-Ost > Trottenstrasse

1647 Mellinger Trotte an der Kreuzung Sonnenweg/Rebweg

Diese Trotte wurde von der Stadt Mellingen 1647 gebaut und 1930 abgerissen. Vor 1647 besassen nur die Familie Segesser und das Kloster Muri eine Trotte in den ausgedehnten Rebbergen von Mellingen.

Die Skizze stammt von Bezirkslehrer Otto Hunziker (1900-1976), der diese aufgrund eines leider verschollenen Fotos am 11. Juni 1943 anfertigte.

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Die Trotte hatte die beachtliche Grundfläche von 24 x 12 m. Hunzikers Wohnhaus (heute Gebäude Rebweg 2) stand auf der Parzelle, auf der sich einst die Trotte befand, s. die Skizze unter Bild-Nr. 01192.8. Die Rebberge dehnten sich ober- und unterhalb des Höhenwegs und des Sonnenwegs vom Meliareal bis zum "Rai" südlich der Rohrdorferstrasse aus. Um 1900 und in den folgenden Jahrzehnten gingen sämtliche Rebstöcke wegen der Reblaus und dem falschen Mehltau gänzlich zugrunde. Die Trotte selbst wurde aber bereits seit 1880 nicht mehr benutzt. Die hölzernen Gerätschaften aus Eichenholz wurden an eine Parkettfabrik in Bern verkauft.

Erst 2013, also genau 700 Jahre, nachdem in einer Urkunde der Weinbau in Mellingen erstmals bezeugt ist, pflanzte die Rebbaufirma Deppeler aus Tegerfelden im "Rai" einen neuen Rebberg an. 2016 konnte der erste neue Mellinger Wein genossen werden.

Literatur:
Rainer Stöckli. Geschichte der Stadt Mellingen, S. 241.
Rainer Stöckli. Der Weinbau in Mellingen. Mellingen 1999.
Heinrich Zumstein. Mellingen 1700-1900, S. 170-176.
Rainer Stöckli. Mellingen - eine Winzerstadt. In: Rund um Mellingen, S. 22-23.

Weitere Angaben unter Bild-Nrn. 01190, 01192, 01192.1


Bild-Nr.: 01191
Bild: Skizze von Otto Hunziker
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1647

Soldaten vor der Trotte am Sonnenweg, abgebrochen 1930

Soldaten vor der Trotte am Sonnenweg, abgebrochen 1930

Ausser auf einer Luftaufnahme (s. Bild-Nr. 01192.1) ist dies das einzige Foto, auf dem man einen Teil der gegen Westen gerichteten Türfront deutlich sieht. Das Bild mit den Soldaten könnte eventuell aus dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) stammen. Die Trotte diente, bis sie 1930 abgebrochen wurde, häufig für den Turnunterricht der Knaben und möglicherweise hie und da auch als Truppenunterkunft.

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Der Wappenstein mit Mellinger Wappen, der über dem Eingangstor zu sehen ist, ziert heute die Giebelfront der Druckerei Nüssli an der Bahnhofstrassse 37.

Weitere Angaben s. Bild-Nrn. 01190, 01191, 01192.1, 01192.8


Bild-Nr.: 01192
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1918

1925 Luftaufnahme der Trotte am Sonnenweg

1925 Luftaufnahme der Trotte am Sonnenweg

Einzige Foto, auf der das Trottengebäude als Ganzes sieht. Es handelt sich hier um einen Ausschnitt aus Bild-Nr. 14030.

Strassen:
- Weg von links nach rechts: Sonnenweg
- Weg von der Mitte nach oben, von Bäumen gesäumt: Hohle Gasse

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Gebäude:
- Haus unten am linken Rand: Wohnhaus Trottenstrasse 12
- Haus am linken Rand, Mitte: ehemaliges Haus Wassmer, heute Liegenschaft
Sonnenweg 2
- Häuser links der Trotte: Häuser Sonnenweg 9 und 11


Weitere Angaben über die Trotte: s. Bild-Nrn. 01190, 01191, 01192, 01192.8


Bild-Nr.: 01192.1
Bild: Walter Mittelholzer 1925, ETH-Bibliothek, Zürich LBS_MH01-004644 (Ausschnitt)
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Public Domain Mark ETH-Bibliothek, Zürich

1925

Mellinger Trotte am Sonnenweg, abgerissen 1930

Mellinger Trotte am Sonnenweg, abgerissen 1930
Skizze von Otto Hunziker, abgebildet in dessen Schrift. Mellingen-Dorf, 1966, S. 13, wo ebenfalls über den Weinbau in Mellingen berichtet wird.

Weitere Angaben über die Trotte und den Weinbau s. Bild-Nr. 01191, 01192, 01192.1, 01192.8



Bild-Nr.: 01190
Bild: Skizze von Otto Hunziker
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1930

1939 Haus zur Trotte, Wohnhaus Rebweg 2

1939 Haus zur Trotte, Wohnhaus Rebweg 2,

Zeichnung von Otto Hunzikers Wohnhaus, unten links das Hunziker-Wappen.

Anstelle dieses Gebäudes stand bis 1930 die Trotte.

Weitere Angaben zur Trotte: 01190, 01191, 01192, 01192.1


Bild-Nr.: 01192.8
Bild: Zeichnung von Otto Hunziker
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1939