Städtische Herberge

Bruggerstrasse und Scheunengasse > Bruggerstrasse

2004 Herberge Bruggerstrasse 30

Mellinger Wappen und Drudenstern an der Städtischen Herberge.
Für das Weitere s. Bild-Nr. 05005




Bild-Nr.: 05006
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

2004

2004 Städtische Herberge Bruggerstrasse 30

Zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss ist das Mellinger Kugelwappen und ein Drudenstern, flankiert von der Jahreszahl 1541, angebracht. Der Drudenstern – im Gegensatz zum sechsstrahligen Davidstern - ist fünfzackig und geometrisch gesehen ein Pentagramm. Dieses Zeichen hat eine vielfältige Bedeutung. Ist es an einem Gebäude angebracht, gilt es als Schutzsymbol, was für dieses öffentliche Gebäude auch zutreffend sein dürfte: Denn in diesem Haus fanden die fremden Wandergesellen gratis Unterkunft. Bekanntlich mussten Handwerker früher nach der Lehre bei ihrem Meister einige Jahre in die Fremde, d.h. auf die Walz gehen, um sich bei auswärtigen Meistern weiterzubilden. Erst nach dieser Wanderzeit durften sie sich Meister nennen.

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In Mellingen hatte es eine reiche Anzahl von verschiedenen Handwerkern, nicht zuletzt im Metall verarbeitenden Sektor. Vor rund 400 Jahren lassen sich im Städtchen etwa 30 verschiedene Handwerksgattungen feststellen. Neben Bäckern, Metzgern, Schneidern gab es auch Lismer, Weber und einige Gerber. Lismer strickten u.a. Männerhosen.

Die Jahreszahl und das spätgotische Kreuzstockfenster im zweiten Obergeschoss
weisen teilweise auf Bausubstanz des 16. Jahrhunderts hin.

Elisabeth Van Heijningen-Riegger weiss zu erzählen, dass Mitte des 20. Jahrhunderts im zweiten Obergeschoss die Weissnäherin Fränzi Jäggi wohnte. Darum hiess dieses Haus auch Fränzihaus. Da Fränzi als Störnäherin viel im Städtchen herumkam, wusste sie auch immer das Neueste zu erzählen. Sohn von Fränzi Jäggi war Fritz Meier, der nachmalige Kripochef des Kantons Aargau.



Bild-Nr.: 05005
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

2004

2015 Herberge Bruggerstrasse Nr. 30

Ehemalige städtische Herberge der Handwerksburschen mit der Jahrzahl 1541, sowie Mellingerwappen und Drudenstern, der die Wandergesellen auf die unentgeltliche gewährte Unterkunft hinwies.
Neben Fenstern des 19. Jh gefälliges gotisches Kreuzstocklicht im zweiten Obergeschoss.
Weitere Angaben s. Bild-Nr. 05005


Bild-Nr.: 05006.3
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: © Viktor Zimmermann

5.08.2015