Sust

Bruggerstrasse und Scheunengasse > Bruggerstrasse

vor 1986 Blick in die Bruggerstrasse gegen den Hexenturm hin

Beim ockerfarbenen Gebäude handelt es sich um die Sust., Bruggerstrasse 36. Im Erdgeschoss war damals das Geschäft der Orthopädie Bächtiger untergebracht, s. das Schild mit Schuh.

Zur Datierung: Das Bild muss vor 1986 gemacht worden sein, ist doch noch ganz links das Usego-Schild der Lebensmittel- und Weinhandlung Riegger (Bruggerstrasse 42) angebracht. 1986 wurde dieses Geschäft geschlossen.


Bild-Nr.: 05007.2
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1986

2004 Sust - Bruggerstrasse 36

Die Sust wird in den älteren, schriftlichen Quellen praktisch nie erwähnt. Sie war jedoch zur Zeit des Schiffverkehrs auf der Reuss ein wichtiger Umschlagplatz für Güter, die vom Land auf die Schiffe geladen oder umgekehrt von den Schiffen an Land gebracht wurden. Transportiert wurde auf der Reuss vor allem Metall, Getreide und Salz. Geführt wurde die Sust vom Sustmeister, der zuhanden der Stadt Zoll und andere Gebühren einzog.
Vielfach wurde in der Sust auch Getreidehandel betrieben, weshalb diese auch Kaufhaus hiess.
Im Ortsmuseum befindet sich ein Steinrelief des Stadtwappens mit der Jahrzahl 1600, das auf der Reusseite des Gebäudes angebracht war und den Schiffsleuten den Anlegeplatz anzeigte.

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Auf der Strassenseite der Sust erblickt man über dem Eingang einen Wappenstein mit dem Kugelwappen
und den Jahrzahlen 1763 und 1910 -> s. Bild-Nr. 05007.1
1763 wurde die Sust umgebaut und erweitert, weil sie den erhöhten Anforderungen des Schiffverkehrs
nicht mehr genügte. Von der Bruggerstrasse führte früher ein Durchgang hinunter zur Schifflände,
vergleichbar mit dem Reusstor beim neuen Rathaus, das zur Spittelscheune führte.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde, als durch den Eisenbahnverkehr die Flussschifffahrt nicht mehr attraktiv war,
der Durchgang zur Reuss aufgehoben.
1879 richtete ein Brand eine erhebliche Zerstörung an. Im Jahr darauf ging das Gebäude an einen Privatmann über,
der ein zweistöckiges Wohnhaus errichtete.
1910 (s. Wappenstein) erhielt das Gebäude seine heutige Form.
In den unteren Geschossen war bis 1986 eine Kapelle der Neuapostolischen Kirche untergebracht.
Elisbeth Van Heijningen-Riegger erinnert sich noch, dass aus dem Gebetsraum am Sonntag lange Zeit Gesänge und
Harmoniumklänge ertönten, weshalb die draussen spielenden Kinder darauf Rücksicht zu nehmen hatten.
Während des Gottesdienstes standen oft viele Velos vor dem Hause, weil manche Gläubige von weither angereist kamen.
Anfangs des 20. Jahrhundert richtete man im Erdgeschoss ein Geschäftslokal ein, wo im Laufe der Jahrzehnte verschiedene Gewerbe ausgeübt wurden: Coiffeur, Stoffladen, Schuhmacher Bächtiger und Veloreparaturengeschäft.



Bild-Nr.: 05007
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

2004

Wappenstein der Sust -Bruggerstrasse 36

Auf der Strassenseite der Sust erblickt man über dem Eingang einen Wappenstein mit dem Kugelwappen und den Jahrzahlen 1763 und 1910.
Weitere Angaben unter Bild-Nr. 05007


Bild-Nr.: 05007.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv Mellingen
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

2004

2015 Sust Bruggerstrasse 36

Weitere Angaben s. Bild-Nr. 05007


Bild-Nr.: 05007.3
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: © Viktor Zimmermann

5.08.2015