Frigemo AG

Mellingen-Dorf Nord-West > Grumetweg

ca. 1980 Frigemo AG

Im Vordergrund die Produktions- und Lagerhallen der Frigemo AG, rechts das Wohnhaus Haller.


Bild-Nr.: 02115
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1980

1988 Haller AG

Jährlich verarbeitet die Haller AG Mellingen 2500 Tonnen Tiefkühlgemüse für Grossverbraucher. Dabei ist die Zeitspanne Ernte-Lagerhaus kürzer als der Weg von Frischgemüse auf den Tisch. Pioniergeist festigte die Position der Aargauer Firma am Markt.
Rund um den grosszügigen Innenhof gruppieren sich das zweistöckige Produktionsgebäude und Tiefkühllager, die Liegenschaft samt Kühlräumen, Degustationsküche und Labor für die Qualitätskontrolle, der moderne Büropavillion sowie ein imposantes Energiehaus. Begrenzt wird das Firmenareal vom länglichen Gastarbeiterhaus mit seinen zehn Wohnungen – Zeichen einer fortschrittlichen Arbeitgeberpolitik. Schliesslich gehören noch sechs Hektaren Pachtland für den Versuchs- und Eigenbau dazu.
Natürlich kannte die Firma auch schon bescheidenere Zeiten: Am Anfang standen Hans und Karl Haller. 1946 kauften sie einen 12-Hektaren-Hof und widmeten sich neben der Landwirtschaft vor allem dem Gemüseanbau. Schon bald machten sich die Gebrüder Haller Gedanken, wie sie die Gemüseüberschüsse verwerten könnten: «In den 50er-Jahren, als das Plastik (für die Verpackung) aufkam, entstand die Idee, pfannenfertiges Gemüse für den Grossverbraucher zu rüsten und aufzubereiten», erinnert sich Karl Haller.

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1964 folgte eine weitere Pioniertat: Um Überschüsse abzufangen wurde erstmals Gemüse tiefgekühlt. Spinat und Bohnen dominierten. Später bestimmten Wünsche der Gemeinschaftsverpfleger nach mehr Abwechslung das Angebot – Erbsen und Rosenkohl erweiterten das Sortiment. Fünf Jahre später, also 1969, kam ein 10`000-Kubikmeter-Tiefkühlhaus hinzu. Kostspieliges Fremdeinlagern entfiel fortan.
Kapazitätsengpässe, verursacht durch den wachsenden Markt, rief bald nach einer Entscheidung: Ausbauen oder Weitermachen wie bisher. 1972 stellten die Mellinger Brüder die Weichen: Die Haller AG Mellingen erblickte das Licht der Welt. 1974 wurde bereits im Fabrikationsneubau produziert. Schwierigkeiten beim Verkauf führten anfangs der 80er Jahre dazu, dass Frigemo die Vermarktung übernahm. Karl Haller war von der Richtigkeit dieses Schrittes überzeugt: « Die Zusammenarbeit zwischen zwei Familien und den beiden Genossenschaften hat sich bewährt.» Bester Beweis sei doch, dass er noch lange engagiert und «agfrässe» im Betrieb mitarbeite.
1979 trat Bruno Zehnder in die Dienste der Haller AG. Der 39jährige Geschäftsführer ist zusammen mit dem fünfköpfigen Kader (davon vier Mitglieder der Familien Haller) mitverantwortlich, dass die Haller AG ein knappes Jahrzehnt später zu den Erfolgreichen in der Branche gehört.
1965 verarbeiteten 30 Angestellte 70 Tonnen Tiefkühlgemüse.
1970 bewältigten 40 Personen bereits 1200 Tonnen und
1985 erreichten 50 Mitarbeiter sogar die 2500-Tonnen-Schwelle.
Ein Grossteil des Personals stammt aus Jugoslawien. Vielfach sind es Ehepaare, welche dem Unternehmen seit vielen Jahren die Treue halten. In den Wintermonaten reduziert sich der Personalbestand jeweils um 15 Saisonniers.
Für die 2500-Tonnen-Jahresproduktion sind 3500 Tonnen Erntegut nötig. 85% stammt aus dem Inland, was einer Anbaufläche von 350 Hektaren entspricht. Mit 100 Landwirten, sie bewirtschaften zusammen 200 Hektaren im Umkreis von 15 Km, steht die Haller AG im Vertragsanbau-Verhältnis. Auf der Basis von Jahresverträgen werden so an die Bauern jährlich rund 1,5 Millionen Franken bezahlt. Jeder Landwirt hat zudem Anspruch auf einen umfassenden Haller-Service: Das Saatgut wird zur Verfügung gestellt, so ist gleichzeitig eine erstklassige Qualität gewährleistet; die Kulturzeit, Säen und Ernten, bestimmt der Abnehmer; die Ernte besorgen betriebseigene Haller-Maschinen.
Anfangs Mai bis Mitte September ist für beide Partner Hochsaison. Abgeliefert und zu Tiefkühlprodukten verwertet werden der Reihe nach: Spinat, Lattich, Erbsen, Zucchetti, Rhabarbern, Kirschen, Blumenkohl, Bohnen, Kohlrabi. Von Oktober bis März aktuell sind: Broccoli, Rosenkohl, Gemüsemischungen, Wintersalate, Randen, Karotten, Sellerie.
Imposant ist der immense Maschinenpark. Beinahe jedes Gemüse erfordert nämlich wiederum eine spezielle Produktionslinie. Oft laufen die teuren Apparate nur für vier bis sechs Wochen auf Hochtouren. Trotz modernster Technik bleibt aber, besonders bei den Spezialitäten wie Lattich, Krautstiel oder Zucchetti, noch viel Handarbeit zu erledigen.



Bild-Nr.: 02120 -14351.1
Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_FC01-5507-017 / CC BY-SA 4.0
Text: gr Blickpunkt Volg
Copyright: siehe oben

1988

2000 Frigemo AG, Betriebsgebäude Gruemetweg 10

1974 stieg die Frigemo AG, welche heute zur Fenaco-Gruppe gehört, bei der Haller AG ein und übernahm diese später vollständig. Die Frigemo AG Mellingen verarbeitet jährlich mehr als 10'000 Tonnen Gemüse zu mehr als 100 verschiedenen tiefgekühlten Einzelprodukten und Mischungen.
Die Frigemo AG steht teilweise auf dem Gelände der früheren Widenmühle und auf dem ehemaligen Gelände der Gemüsebaufirma der Gebrüder Haller.
Zur Nutzung der Mühlegebäude und des Umgeländes im 19. und 20. Jahrhundert
s. Bild-Nr. 02109


Bild-Nr.: 02121
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 2000

2000 Ehemals Widenmühle - Frigemo AG

Gestapelte Harassen der Frigemo AG, dahinter im langgezogenen Gebäude Arbeiterwohnungen der Firma auf dem einstigen Areal des Landwirtschaftsbetriebes Hediger.
Seit Beginn der Zwanzigerjahre führte der "Gruemetbuur" Hediger bei der Widenmühle einen stattlichen Landwirtschaftsbetrieb, mit Ländereien im "Gruemet" und den Ökonomiegebäuden ob der Widenmühle.
1946 richteten die Gebrüder Hans und Karl Haller auf demselben Areal ihren grossen Gemüsebetrieb ein, später kam ein modern eingerichtetes Kühlhaus hinzu.

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1974 stieg die Frigemo AG, die Tiefkühlprodukte herstellt, in den Betrieb ein. Die Frigemo AG ist heute (2017) Bestandteil der Fenaco-Gruppe.

Otto Müller erinnert sich:
"Es darf erwähnt werden, dass Fritz Haller, der Bruder von Hans und Karl Haller, in unserem Land als hochbegabter und visionärer Architekt bedeutende Werke schuf. Man denke nur an die einstige 'Höhere Technische Lehranstalt HTL' in Windisch, an die Kantonsschulen in Baden und in Solothurn und an das SBB-Ausbildungszentrum in Murten."


Bild-Nr.: 02122
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Otto Müller / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 2000

2008 Erbsenernte für die Frigemo

Die diesjährige Erbsenernte neigt sich ihrem Ende zu. Während sechs Wochen waren die Erntemaschinen der
Mellinger Firma Frigemo fast Tag und Nacht im Einsatz. Auch die Produktionslinien sind derzeit voll ausgelastet.
Es herrscht derzeit ein Kommen und Gehen auf dem Fabrikgelände am Mellinger Grumetweg. Im Stundentakt liefern die Traktoren des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens Haller aus Birrhard auf Anhängern grosse Container voller frisch geernteter Erbsen ab. Als die Hero in Frauenfeld das Geschäft mit dem Gemüse aufgab, übernahm die Frigemo, die zur Fenaco-Firmengruppe gehört, die meisten Produzenten von Erbsen und Bohnen in der Region. Frigemo produziert Tiefkühlgemüse, für die Gastronomie, für Hauslieferdienste sowie für andere
lebensmittelverarbeitende Betriebe.

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Etwa vom 15. Juni bis zum 20 Juli dauert die Erbsensaison. Rund 70 Tonnen Erbsen werden bei Frigemo pro Tag angeliefert. Um diese enorme Menge verarbeiten zu können, arbeiten die 50 Angestellten im Zweischichtbetrieb von 5 bis 22 Uhr. Sollte es das Wetter erfordern, so wird auch samstags gearbeitet, sagt Stefan Weber, Leiter Qualitätssicherung bei Frigemo. Erbsen sind delikat und müssen rasch verarbeitet werden. , nennt Weber das Prinzip. Wenn sie während Stunden in den grossen Containern liegen bleiben, beginnen sie sich bereits geschmacklich negativ zu verändern. Von der Anlieferung bis zum Endprodukt dauert es deshalb gerade mal
eine Stunde.


Bild-Nr.: 02123.4
Bild: Stefan Haller
Text: Stefan Haller/Reussbote 25.7.2008
Copyright: Stefan Haller

2008

2008 Erbsenernte für die Frigemo

Ausgeklügelte Verarbeitung
Die Qualitäts-Ansprüche der Schweizer Kundschaft und auch der Preisdruck auf die Produzenten und
Verarbeiter sind gestiegen. Die Erbsen durchlaufen deshalb nebst einer Grössen-Sortierung in die Kaliber <> und <> mehrere Reinigungsvorgänge, bei denen Schoten, Steinchen und sonstige Verunreinigungen entfernt werden. Vor vier Jahren wurden zwei automatische Sortieranlagen angeschafft, die alle Fehlformen und Fehlfarben wie Fremdkörper, fremde Pflanzenteile und minderwertige Erbsen aussortieren. Beim nachfolgenden Blanchieren werden Enzyme inaktiviert. Mit diesem Prozess kann eine chemische Stabilität des Produktes erreicht und spätere geschmackliche Veränderungen während der Lagerung im gefrorenem Zustand ausgeschlossen werden. Im Gegensatz zu Dosenerbsen, die bei 120 Grad Hitze mehrere Minuten sterilisiert werden, sind die bei minus 30 Grad in einem Fliessbettfroster tiefgefrorenen Erbsen kein steriles Produkt. Dafür verfügen sie über einen besseren Geschmack und eine naturbelassene intensive Farbe.
Nach dem Abpacken durchlaufen die tiefgefrorenen Erbsen noch einen Metalldetektor, um jegliches Risiko von
enthaltenen Metallteilchen für den Konsumenten auszuschliessen. Jede Packung lässt sich dank dem Aufdruck einer Codierung und der Zeitangabe bis zum Produzenten zurückverfolgen.

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Qualität beginnt bei der Aussaat
Die Qualitätssicherung beginnt aber schon weit vor dem Erntetag. Für die
Betreuung der rund 100 Erbsenproduzenten der Frigemo, die von Hindelbank BE bis zum Bodensee sowie von Möhlin bis Jonen/Ottenbach angesiedelt sind, ist Christian Bühr als Anbauleiter zuständig. Von der Aus-
saat bis zur Ernte dauert es 70 Tage, während dieser besucht Bühr jeden Bauern und jedes Feld mehrmals.
Denn die Erbse ist ein heikles-Gemüse und anfällig auf Hagel und Hitze, wie es sie im Juni dann und wann
gibt. Bühr berät die Landwirte unter anderem auch beim Bewässerungsmanagement. < Bauern eine kurzzeitige, aber lohnende Kultur>. ist Bühr überzeugt. Ein Feld darf aber nur alle acht Jahre mit
Erbsen bestückt werden. Dazwischen müssen andere Kulturen angebaut werden. Dies schreiben die
Fruchtfolgepläne vor, die eine Auslaugung der Böden und Pflanzenkrankheiten verhindern sollen, so vor.


Bild-Nr.: 02123.5
Bild: Reussbote 25.7.2008
Text: Stefan Haller
Copyright: RB/Stefan Haller

2008

2017 Anlieferung von Gemüse für die Frigemo

Homepage der Frigemo Mellingen:
"Unser hochspezialisierter Produktionsbetrieb in Mellingen gilt als Pionier in der Herstellung von Tiefkühlgemüse mit einem hohen Mass an Kundenorientierung und Flexibilität. Jährlich werden ungefähr 10´000 Tonnen Gemüse zu mehr als 100 verschiedenen tiefgekühlten Einzelprodukten und Mischungen verarbeitet. Unsere Anbauspezialisten beraten die landwirtschaftlichen Produzenten von der Aussaat bis zur Ernte und erledigen die Erntearbeit mit eigenen, leistungsfähigen Maschinen. Das frische Gemüse wird innerhalb weniger Stunden geerntet, gewaschen, gerüstet, blanchiert, tiefgekühlt und verpackt."


Bild-Nr.: 02123.6
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Frigemo Mellingen
Copyright: © Viktor Zimmermann

2017

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