Druckerei Nüssli

Mellingen-Dorf Nord-West > Bahnhofstrasse

1913 Haus Bahnhofstrasse 37, nachmals Druckerei Nüssli

Diese Gebäude wurde um 1825 von Gemeindeammann Josef Marin Gretener gebaut. Nach verschiedenen Besitzerwechseln kaufte 1919 Albert Nüssli diese Liegenschaft und richtete darin die Druckerei und die Redaktion des "Reussbote" ein.

Über die Druckerei Nüssli s. Bild-Nr. 02161.


Bild-Nr.: 02149
Bild: Robert Höhener
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

1913

Nach 1919: Häuser Strebel/Hassler, Nüssli und Brändli

Von links nach rechts:
Links das Gebäude der Familien Strebel und Hassler. Rechts davon der Schopf von Kohlehändler Emil Strebel. An deren Stelle steht heute das Mehrfamilienhaus Bahnhofstrasse 35a.
Rechts davon die Druckerei Nüssli an der Bahnhofstrasse 37. Reussbote-Redaktor Alberrt Nüssli erwarb diese Liegenschaft 1919.
Das Häuschen ganz rechts stand als Musterhaus an der Landesausstellung 1914 in Bern. Nach der Ausstellung wurde das Gebäude demontiert und hier an der Bahnhofstrasse 41 wieder aufgebaut. 1936 wurde dieses von der Familie Brändli gekauft und 1987 durch einen Neubau ersetzt.


Bild-Nr.: 02151
Bild: Druckerei Nüssli, zVg von R. Höhener
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1919

Nach 1919 Buchdruckerei Albert Nüssli

Am 1. April 1914 wird Albert Nüssli Besitzer der Druckerei und der Zeitung " Der Reussbote".1919 findet die Druckerei an der Bahnhofstrasse 37 ihren endgültigen Standort.
Links davon der Schopf von Kohlehändler Emil Strebel, in welchem dieser die Brennstoffe aufbewahrte.

Über die Druckerei Nüssli s. Bild-Nr. 02161.


Bild-Nr.: 02150
Bild: R. Höhener Druckerei Nüssli,
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1919

nach 1919 Druckerei Nüssli, Blick von Süden her

Über die Druckerei Nüssli s. Bild-Nr. 02161


Bild-Nr.: 02153
Bild: Druckerei Nüssli, zVg v. R. Höhener
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

ca. 1919

Druckerei Nüssli und Redaktion Reussbote, Bahnhofstrasse 37, 2003

Die Druckerei Nüssli hängt eng mit der Herausgabe des "Reussbote" seit bald 120 Jahren zusammen: Die erste Ausgabe der Lokalzeitung erschien am 4. Juni 1898. Nicht zuletzt das Gewerbe, das in den Zeitungen der umliegenden grösseren Gemeinden in Bremgarten, Wohlen, Lenzburg, Brugg und Baden inserieren musste, aber auch die heftigen Diskussionen um den Bau eines Reusskraftwerks im Raum Mellingen liessen den Wunsch aufkommen, ein eigenes Lokalblatt herauszugeben.

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Ein Komitee unter der Führung von Fabrikant Hermann Rohr nahm die Sache an die Hand. Dieses verlasste den Badener Verleger und Drucker Otto Wanner (1867-1941), im oberen Stock des Rathauses, wo bis 1897 die Schule untergebracht war, eine kleine Druckerei einzurichten.
Wanner schickte seinen Angestellten Schmid nach Mellingen, der sich als Redaktor, Setzer und Drucker betätigte. 1903 gelangte die Druckerei und Zeitung in den Besitz von Albert Rymann, ebenfalls ursprünglich Angestellter der Druckerei Wanner. 1911 übernahm Ernst Schibli aus Fislisbach den Betrieb und verlegte diesen ins Haus Grosse Kirchgasse 12 (Eckhaus hinter dem Kirchplatzbrunnen).

Im ersten Jahr des ersten Weltkrieges am 1. April 1914 wurde Albert Nüssli-Stutz (1891-1984), der einen Teil seiner Druckerlehre bei Rymann absolviert hatte, als 23-Jähriger Besitzer der Druckerei und des Verlags "Der Reussbote". Seither ist der Betrieb immer in Familienbesitz und derzeit (2017) nach der Schliessung der Sägerei Frey und der Mosterei Meli einer der ältesten Familienbetriebe in Mellingen. Da Nüssli viel in den Militärdienst einrücken musste, gaben zeitweise dessen Gattin Ida Nüssli-Stutz und der Lehrling Walter Seiler von Wohlenschwil, redaktionell unterstützt von mehreren wohlgesinnten Personen, die Zeitung heraus.
1919 wurde die Druckerei an den heutigen Standort an der Bahnhofstrasse 37 verlegt. Dieses Gebäude wurde um 1825 von Gemeindeammann Josef Marin Gretener gebaut. Nach verschiedenen Besitzerwechseln kam die Liegenschaft in den Besitz von Albert Nüssli. Die nördlich des Hauses gelegene Scheune baute er zur Druckerei um. Mit der Zeit nahm das ganze Erdgeschoss die Druckerei ein.

1956 trat Sohn Adolf (1927-2001) in den Betrieb ein und übernahm 1961 Buchdruckerei und Verlag. 1990/1991 wurde die ganze Liegenschaft umgebaut und ein grosser Anbau erstellt.
In der dritten Generation engagierten sich seit 1983 Dieter Nüssli (geb. 1954) und dessen Bruder Benedikt (geb. 1961) seit 1991 im Betrieb und übernahmen 1991 in der als Familien-AG umgewandelten Firma die Verantwortung für Druckerei und Verlag. Erster Verwaltungsratspräsident wurde Adolf Nüssli, seit 1999 hat Christoph Nüssli dieses Amt inne.

Während Benedikt Nüssli die Verlagsleitung und die Redaktion des "Reussbote" übernahm, wurde Dieter Nüssli Chef der Druckerei. Nachdem Albert und Adolf Nüssli die Redaktion des "Reussbote" im Alleingang (höchstens unter Beizug einiger Korrespondenten) führten, wurde 1997 eine zweite Stelle, 1999 eine dritte und 2015 eine vierte Stelle für die Redaktion geschaffen.

Neben dem "Reussbote" verlassen auch noch zahlreiche andere Produkte die Druckerei. Am Anfang wurden noch alle Druckerzeugnisse mit Handsatz hergestellt. Bereits 1926 wurde aber eine Typografensetzmaschine angeschafft, welche ein derart grosse Kapazität aufwies, dass der bisher zweimal pro Woche erscheinende "Reussbote" neu am Montag, Mittwoch und Freitag erschien. Seit 2. April 1996 erscheint der "Reussbote" wieder nur zweimal wöchentlich, weil die Post die Zeitungs-Nachvertragung am Nachmittag einstellte. Seit dem 24. August 1999 präsentiert sich die Zeitung im heutigen Layout. Ab Juli 2013 ist der "Reussbote" auch elektronisch verfügbar.

Neben dem "Reussbote" druckt die Nüssli AG zwei Zeitungen aus der Ostschweiz, weiter die "Bergpost", Broschüren, Bücher, Jahresberichte und Geschäftsdrucksachen. Eine grundlegende Umstrukturierung erfolgte um 1990, als man vom Buch- zum Offesetdruck wechselte. In Verlag und Druckerei sind heute (2017) 19 Personen (total 14 Vollzeitstellen) beschäftigt.

Literatur:
- Leistungsfähiger durch den Neubau. Druckerei Nüssli AG, Mellingen. Verlag "Der
Reussbote". Sonderdruck anlässlich der Einweihung des Erweiterungs- und Neubaus
der Druckerei Nüssli. Mellingen 1991.
- Hundert Jahre "Der Reussbote". Festschrift. Mellingen 1998.
- Angaben von Benedikt und Dieter Nüssli.




Bild-Nr.: 02161
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Benedikt und Dieter Nüssli / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen

2003

2017 Reussbote- Druckerei Nüssli

4.6.1898 Der „Reussbote“ erscheint zum ersten Mal. Die Unternehmer Hermann Rohr (Kartonagefabrik) und Emil Busslinger (Elektrogeschäft an der Bahnhofstrasse) sind seine Gründer. Die Buchdruckerei Wanner in Baden zeichnet als Besitzerin der Druckerei, liefert ein Regal mit einigen Schriftsätzen, eine alte Schnellpresse und einen Fachmann, der setzen und drucken kann.
1903 Albert Rymann-Bitterli übernimmt die Druckerei des „Reussbote“ von der Firma Wanner.
1911 Abermaliger Besitzerwechsel: Ernst Schibli-Seiler aus Fislisbach übernimmt die Druckerei des „Reussbote“ und verlegt sie ins Eckhaus
hinter dem Brunnen am Kirchplatz.

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1.4.1914 Im ersten Jahr des ersten Weltkrieges wird Albert Nüssli-Stutz Besitzer der „Reussbote“

– Druckerei.
1919 Die Druckerei des „Reussbote“ findet an der Bahnhofstrasse in der heutigen Liegenschaft ihren endgültigen Standort.
1919-56 Aera Albert Nüssli-Stutz
1956-91 Als Vertreter der zweiten Generation übernimmt Adolf Nüssli-Bachmann die Druckerei des “Reussbote”.
1991 In der dritten Generation geht die Druckerei als Familien-AG an Dieter und Benedikt Nüssli über.

Wir sehen links das ursprüngliche Gebäude und rechts der 1991 errichtete Erweiterungsbau.

Otto Müller berichtet:
"Der 'Reussbote' hatte anfänglich mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es herrschte politisch und wirtschaftlich ein raues Klima. Die schlimmsten Sorgen bereiteten die Jahre 1906 bis 1917, als das Konkurrenzblatt 'Der Reusstaler' dem 'Reussbote' das Überleben sauer machte.

Heute: Wer könnte sich Mellingen und seine Region ohne 'Reussbote' vorstellen? Er ist zu einer wohletablierten Zeitung herangewachsen, überall geschätzt und geachtet. Nebst der Zeitung werden im Verlag anspruchsvolle Druckereierzeugnisse der verschiedensten Art bis hin zum Buchdruck hergestellt."


Bild-Nr.: 02162
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Otto Müller
Copyright: © Viktor Zimmermann

2017